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Sport Fußball
10/01/2020

Verbandswechsel? Rapids Yusuf Demir will für Österreich spielen

Ein Länderspiel kann künftig zu wenig sein, um an ein Nationalteam gebunden zu sein. Demir plant aber nicht mit der Türkei.

von Andreas Heidenreich

Die Regelung war bisher klar: Wer ein Pflichtspiel im Trikot eines A-Nationalteams bestritten hat – und sei es nur eine Minute – der kann nie wieder für ein anderes Land spielen.

Nicht selten kam es deshalb in der Vergangenheit zur frühen Einberufung großer Talente. Auch in Österreich. Bestes Beispiel: David Alaba, der 2009 als 17-Jähriger in Paris gegen Frankreich für Österreich debütiert hatte, bevor er bei den Bayern den Durchbruch schaffte.

Ähnlich könnte es sich mit Yusuf Demir verhalten. Der erst 17-jährige Wiener mit türkischen Wurzeln wurde am Dienstag erstmals von Franco Foda auf Abruf für das A-Nationalteam berufen. Im Falle eines Ausfalls, von denen es zuletzt einige gab, könnte der Rapidler also demnächst nachnominiert werden.

Ob er danach mit einem Kurzeinsatz fest an Österreich gebunden wäre, ist derzeit noch offen. Denn die FIFA hat sich im Rahmen ihres jüngsten Kongresses am 18. September für neue Kriterien entschieden. Demnach darf ein Spieler künftig noch den Verband wechseln, sofern er ...

... für seinen bisherigen Verband nicht mehr als drei Spiele (Pflicht- und Testspiele) bestritten hat.

... während seiner Länderspieleinsätze seinen 21. Geburtstag nicht vollendet hat.

... für seinen bisherigen Verband nicht an einer EM- oder WM-Endrunde teilgenommen hat.

... drei oder mehr Jahre nicht mehr für seinen bisherigen Verband gespielt hat.

... zum Zeitpunkt seines ersten Länderspiels bereits im Besitz beider Staatsbürgerschaften war, was in Österreich aber nicht möglich ist.

ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer bestätigt die neuen Regularien, sagt aber: „Wir warten noch auf die schriftliche Ausführung, in der alle Details beschrieben sind und auch festgelegt wird, ab wann die neue Bestimmung in Kraft tritt.“ Fakt ist, alle fünf Punkte müssen für einen Wechsel zutreffen, wodurch die Angelegenheit komplexer und zu einer Hintertür für spezielle Fälle wird.

Demir, der Demütige

Im Moment sieht es nicht danach aus, als würde Yusuf Demir diese jemals durchschreiten wollen, wie sein Berater Emre Öztürk betont: „Er sieht sich als Österreicher, will für Österreich spielen und dem Land auch alles zurückgeben, was er hier bekommen hat.“

Darüber hinaus sei der Techniker von Rapid im Moment auch nur im Besitz eines österreichischen Passes. Diesen würde er laut österreichischem Recht verlieren, sobald er eine türkische Staatsbürgerschaft annehmen würde.

Yusuf Demir dürfte bei einem möglichen Länderspieldebüt also gar nicht im Besitz einer zweiten Staatsbürgerschaft sein. „Sein Vater ist Türke, die Mutter österreichische Staatsbürgerin“, sagt Öztürk, der das ÖFB-Team für seinen jungen Klienten auch aus sportlichen Gründen im Vorteil sieht. „In den nächsten zehn Jahren wird Österreich im Fußball die Nase vor der Türkei haben.“

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