Ukraine-Krieg: Verbände von Dänemark und Norwegen mit Russland-Boykott

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Zuvor hatten bereits Polen, Schweden und Tschechien angekündigt, dass sie in den WM-Quali-Playoffs nicht gegen Russland antreten werden.

Vor dem Hintergrund der russischen Invasion in die Ukraine haben auch die Fußballverbände von Dänemark und Norwegen angekündigt, vorerst nicht mehr gegen Russland antreten zu wollen. "Wir stehen Schulter an Schulter mit den Verbänden, die mitgeteilt haben, dass sie nicht gegen Russland spielen wollen", sagte der Chef des dänischen Fußballverbandes, Jakob Jensen, der Nachrichtenagentur Ritzau am Montag.

Jensen plädierte wie der dänische Sportverband DIF dafür, Russland von allen internationalen Sportveranstaltungen auszuschließen. Die dänische Frauenfußball-Nationalmannschaft ist in derselben WM-Qualifikationsgruppe wie Russland. Eine Partie gegen Russland hätte im September angestanden. Die dänische U19 hätte schon in wenigen Wochen gegen Russland antreten sollen.

Der Präsident des norwegischen Fußballverbandes, Terje Svendsen, schrieb am Sonntag auf Twitter: "Wir meinen genau wie Schweden, Polen und Tschechien, dass es gerade überhaupt nicht infrage kommt, gegen Russland zu spielen." Der Schweizer Verband teilte mit, der Angriff Russlands auf die Ukraine verstoße in "eklatanter Weise" nicht nur gegen das Völkerrecht, sondern ebenso gegen die universalen Werte des Fußballs wie die Förderung freundschaftlicher Beziehungen.

Der SFV bezeichnet diese Haltung als "nicht verhandelbar" und betont, dass sich dieser Boykott wenn nötig auch auf die erste Partie des Frauen-Nationalteams an der Europameisterschaft in England erstrecke. Dort sollte die Schweiz am 9. Juli gegen die Russinnen antreten.

Zuvor hatten Polen, Schweden und Tschechien angekündigt, dass sie in den Playoffs zur WM-Qualifikation nicht gegen Russland antreten werden. Polen war im Playoff-Halbfinale als Gegner von Russland gelost worden und hätte Ende März in Moskau antreten sollen. Der Sieger dieser Partie hätte anschließend wieder Heimrecht gegen den Sieger der Begegnung Schweden-Tschechien gehabt.

Aufgrund der Invasion darf Russland vorerst keine internationalen Fußball-Wettbewerbe mehr auf eigenem Gebiet austragen. Das entschied der Weltverband FIFA am Sonntag. Heimspiele der Sbornaja sollen demnach nur noch auf neutralem Boden und ohne Zuschauer stattfinden. Zugleich drohte die FIFA mit einem Komplett-Ausschluss des Landes, sollte sich die Situation nicht rasch verbessern.

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