U20-WM: Jungspunde in der Auslage

Die erste Hürde: Andreas Weimann (Mitte) hat bereits Erfahrung in der Premier League und stürmt gegen Panama.
Foto: apa

Vorhang auf: Bei der Unter-20-Weltmeisterschaft in Kolumbien starten Österreichs größte Talente mit dem Spiel gegen Panama.

Das Warten hat ein Ende. Am siebenten Tag in Kolumbien wird es für Österreichs Team endlich ernst, die weltbesten Nachwuchskicker dürfen die Auslage betreten. Die Mannschaft von Andreas Heraf startet am Freitag um 17.30 Uhr Ortszeit in Cartagena de Indias (0.30 Uhr MEZ, ORFeins überträgt live) gegen Panama in die Unter-20-Weltmeisterschaft.

Panama? Genau, richtig gelesen. Ein unangenehmer Gegner, der im Vorfeld der WM die besseren Bedingungen (z. B. 33 Testspiele, Österreich eines) zu Verfügung hatte und sich zudem nicht an das tropische Klima an der kolumbianischen Karibikküste gewöhnen musste. Dennoch sind sich auch vor Ort alle einig: Panama ist ein schlagbarer Gegner. Muss es auch sein, will man die Vorrunde überstehen. Denn mit Brasilien (1. August) und Ägypten (4. August) warten die größeren Kaliber.

Klima

Das Klima darf nach einer Woche Vorbereitungszeit auch nicht mehr als Ausrede herhalten. Tut es auch nicht. "Die Buam haben das gut weggesteckt", betont Andreas Heraf. Einen Tag vor dem Auftaktspiel hatte der 43-Jährige gestern "schon einiges im Kopf", was seine eigene Elf betrifft. An der endgültigen Aufstellung gab es jedoch bis zum heutigen Spieltag noch einiges zu feilen.

Mit Ausnahme von Stürmer Marco Djuricin kann der Trainer aus dem Vollen schöpfen. Der Legionär von Hertha BSC Berlin laboriert an einer mühseligen Oberschenkelverhärtung. Bitter, war es doch ausgerechnet Djuricin, der im Vorjahr bei der U-19-EM das 1:0-Siegestor gegen die Niederlande erzielt hatte und damit erst die Teilnahme an der WM in Kolumbien ermöglichte.

Während Heraf den einen oder anderen Platz in seiner geplanten 4-3-3-Formation bis zuletzt offen hielt, so gibt es doch die eine oder andere Stütze, die unter dem Teamchef als
gesetzt gilt. Das ist zu aller erst Michael Schimpelsberger als Innenverteidiger und Abwehrchef. Der Linzer und ehemalige Enschede-Legionär, der seit Winter im Rapid-Dress spielt, ist Kapitän der Mannschaft, seit Heraf Coach ist.

Die Achse

Vor dem 20-Jährigen wird Tobias Kainz im Mittelfeld die Fäden ziehen. Dem Steirer wird ob seiner Qualitäten fußballerischer, physischer wie auch psychischer Natur der baldige Durchbruch bei seinem Klub Heerenveen in den Niederlanden prophezeit.

An der Spitze ist Andreas Weimann Österreichs gefährlichster Mann. Der Stürmer, der bei Aston Villa bereits Erfahrung in der englischen Premier League sammeln durfte, ist nach seiner Seitenband-Überdehnung im Knie, die er sich im Training bei einem Pressball zugezogen hat, wieder ganz fit.

Neben der Achse Schimpelsberger-Kainz-Weimann gibt es vor allem noch in der Offensive ein wenig Spielraum für den Teamchef. Daniel Schütz, der erst zuletzt von Altach nach Innsbruck gewechselt war, drängte sich im Training ebenso auf wie Kevin Stöger von Stuttgart.

Tormannfrage

Ebenso nicht geklärt war bis zum Spieltag die Tormannfrage. Ob Philip Petermann, Christoph Riegler oder Samuel Radlinger zwischen den Pfosten stehen wird, ist für Heraf "eine der schwersten Entscheidungen von allen".

Aber ganz egal, wer gegen Panama das ÖFB-Trikot tragen wird, an Motivation wird es den Herren in rot-weiß-rot mit Sicherheit nicht fehlen. Dafür sorgte vor allem der Gegner selbst. Die Spieler aus Panama, die in Cartagena im selben Hotel wie die Österreicher untergebracht sind, wissen vor allem durch ihr überhebliches Auftreten zu reizen. Während der eine oder andere Spieler von sogenannten "Krachern" spricht, formuliert es Andreas Heraf so: "Sie haben ein enormes Selbstvertrauen. Ich habe auch das Gefühl, dass sie uns unterschätzen."

Etwas Besseres könnte den Österreichern wohl gar nicht passieren.

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(kurier / Andreas Heidenreich aus Cartagena de Indias) Erstellt am
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