U20-WM: Dreikampf ums Einser-Leiberl

Im Tor: Radlinger, Riegler und Petermann am Strand von Cartagena
Foto: Andreas Heidenreich

Petermann, Riegler oder Radlinger: Bei den Torhütern hat Teamchef Andreas Heraf die Qual der Wahl.

Der Kampf um einen Platz in der Mannschaft hat längst begonnen. Vor allem zwischen den Pfosten herrscht in Kolumbien jede Menge Verkehr. Philip Petermann, Christoph Riegler und Samuel Radlinger haben alle das gleiche Ziel: am Freitag zum WM-Auftakt gegen Panama Österreichs Tor zu hüten.

"Gott sei Dank habe ich drei wirklich gute Tormänner", sagt Andreas Heraf. Die Wahl wird dem Teamchef noch Kopfzerbrechen bereiten. "Jeder Einzelne hat Qualitäten und Attribute, die für ihn sprechen", erklärt Heraf.

Philip Petermann etwa, der am 3. August in Kolumbien seinen 20. Geburtstag feiern wird und damit der Älteste der drei Schlussmänner ist, war auf dem Weg zur WM die Konstante. Der Wiener, der kommende Saison in Parndorf spielen wird, stand bei allen neun Partien von der ersten EM-Qualifikationsrunde bist zum letzten und entscheidenden EM-Spiel gegen die Niederlande (1:0) im Tor.

"Dadurch hat er enorme Erfahrung im Zusammenspiel mit der Mannschaft", betont Heraf. Dem Absolventen der Frank-Stronach-Akademie wurden zuletzt in Pasching Oldie Schicklgruber und später der Ex-Altacher Andreas Michl vor die Nase gesetzt. Dennoch setzte sich Petermann durch. "Ich bin durch diese Situation gereift", sagt der 1,83 Meter große Computerfachmann. "Nach all den Spielen mit diesem Team ist es normal, dass ich meinen Platz verteidigen möchte."

Die Herausforderer

Klar ist auch, dass Christoph Riegler ihn von eben diesem verdrängen will. "Riegler ist physisch der Stärkste", betont Heraf. "Er hat eine enorme Schnelligkeit und Sprungkraft." Der Rückhalt des SKN St. Pölten beschreibt sich als aggressiven Typen. "Ich bin laut und kann meine Mannschaft pushen." Während der Absolvent des St. Pöltner Sportgymnasiums am 15. Juli mit St. Pölten bereits gegen den LASK zum Einsatz kam, gibt es für seine beiden Konkurrenten erst im August die ersten Bewerbspiele.

Der 19-jährige Riegler ist wie Petermann 1,83 Meter, während Samuel Radlinger seine Kontrahenten in dieser Kategorie klar überragt. Denn der Jüngste im Trio ist der Größte (1,98 m). "Dadurch hat er extreme Vorteile in der Luft", betont Heraf. Was dem Oberösterreicher, der zuletzt von Ried in die Regionalliga an St. Florian ausgeliehen war, bewusst ist. "Meine Stärken liegen bei Flanken." Diese wird er künftig im deutschen Luftraum fangen. Der 18-Jährige unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei Hannover.

Zunächst steht in den nächsten Tagen in der Hitze von Cartagena aber der Kampf um Österreichs Nummer eins bei der Unter-20-WM ins Haus. Wann sich der Teamchef gemeinsam mit Tormanntrainer Norbert Razenböck für eine Nummer eins entscheiden wird, steht noch in den Sternen. Heraf: "Gut möglich, dass ich erst am Spieltag meinen Entschluss fällen und bekannt geben werde."

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(kurier / Andreas Heidenreich, Cartagena) Erstellt am
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