1.000 Fans und der Minister: Die Rückkehr der U17-Helden

U17 WM Ankunft
Österreichs U17-Kicker kehrten am Samstag aus Katar nach Hause. Die Vizeweltmeister wurden am ÖFB-Campus von rund 1.000 Fans und Sportminister Babler empfangen und geehrt.

Eines ist gewiss: Diese Reise werden Österreichs U17-Kicker niemals vergessen. „Das bleibt fürs Leben“, bestätigte Kapitän Jakob Pokorny. Keine Spur mehr von Enttäuschung über das verlorene WM-Finale gegen Portugal bei ihm und seinen Kollegen. Sie ließen sich nach ihrer Ankunft in der Heimat von den zahlreich erschienenen Fans feiern. Rund 1.000 waren gekommen, ebenso wie Sportminister Andreas Babler, um die Youngsters am ÖFB-Campus hochleben zu lassen.

Der Stolz war auch bei Teamchef Hermann Stadler groß. Nicht nur über Platz zwei bei der WM, auch auf das Auftreten seines Teams. „Es war einzigartig. In den 34 Tagen in Katar sind die Jungs immer aufgetreten wie eine Familie.“ Der Eintrag in die Geschichtsbücher ist der ersten österreichischen Auswahl in einem WM-Endspiel nicht zu nehmen.

Die U17 hat in Österreich in den letzten Wochen einen wahren Hype entfacht. In Katar sei man ein bisschen abgeschirmt worden, wie Kapitän Pokorny berichtete: „Das war wahrscheinlich gut so.“ Beim Empfang bekamen die Teenager die Begeisterung aber hautnah mit.

Ab wann haben es die U17 Helden eigentlich wirklich geglaubt, dass man so weit kommen könne? „Am Anfang war es mehr so ein Traum, wir haben Späße gemacht“, erzählt Pokorny. „Dann haben wir irgendwann gesehen, dass wir es schaffen können. Was uns auszeichnet ist, dass wir nie aufgeben. Jeder kämpft für jeden.“

U17 WM Ankunft

ÖFB-Boss Josef Pröll sprach von einer „Sternstunde für den österreichischen Fußball“ und berichtete auch von einem wahren Run auf die ÖFB-Delegation in Katar. Sogar Arsene Wenger habe ihn vor dem Finale auf den Erfolgslauf angesprochen.

Die nächste Reifeprüfung

Im ÖFB wolle man den Schwung der letzten Wochen jedenfalls mitnehmen. Nach der erfolgreichen WM-Qualifikation des A-Teams folgte das Wüstenmärchen in Katar. „Mich persönlich freut es auch für Teamchef Hermann Stadler, der sich nie in den Vordergrund drängt und jetzt endlich auch die Anerkennung bekommt, die er verdient“, sagte ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel. Er kennt Stadler schon seit 1985, als Schöttel als junger Spieler zu Rapid kam. „Er hat sich damals schon um die Jungen gekümmert.“ Jetzt wieder ...

Wie es jetzt für die Spieler weitergeht? „In fünf Tagen habe ich Matura“, sagt Pokorny mit einem etwas gequältem Lächeln im Gesicht. „Aber mit ein bisschen Lernen bekommen wir das auch hin.“ Auf den Kapitän wartet also gleich die nächste Reifeprüfung.

Werden wir die U17-Helden aber in naher Zukunft auch im A-Nationalteam sehen? Schöttel: „Zunächst müssen sie jetzt wieder in den Alltag zurückkehren. Ich hoffe, sie können das Positive mitnehmen, und dann heißt es weiter hart arbeiten. Es liegt an ihnen, wie es weitergeht.“ Nachsatz: „Aber auch an uns.“

Spieler beim ÖFB halten

Zuletzt hat der ÖFB immer wieder junge Spieler verloren, die die Nation gewechselt haben. Stadler dazu: „Ich glaube, wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass es sich lohnt, für Österreich zu spielen.“ War das genug Werbung in eigener Sache? Verantwortlich für dieses Thema im ÖFB ist Sebastian Prödl, der Leiter der Nachwuchsnationalteams. „Wir sind im ÖFB sehr gut aufgestellt, was das betrifft. Wir betreiben primär Aufklärungsarbeit.“ Sein Credo: „Wir glauben, dass uns verschiedene Wurzeln, verschiedene Kulturen in einer Mannschaft weiterbringen.“ Wie bei der WM gerade bewiesen wurde. Bei den frischgebackenen Vizeweltmeistern sieht er da kein Problem: „Die Frage stellt sich da glaub ich nicht. Das ist eine Familie.“

U17 WM Moser

Auf was sich der Teamchef am meisten freut? „Auf meine Enkerl, die hab ich jetzt schon lang nicht mehr gesehen. Die Zeit muss sein, aber dann geht es direkt rein in die Analyse. „Wir werden das mit der ÖFB-Spitze gemeinsam genau analysieren.“

Wie es mit ihm im ÖFB genau weitergeht, ist noch unklar. Es ist nicht fix, dass er bei der Erfolgstruppe bleibt. Stadler: „Das werden wir besprechen. Aber diese Mannschaft ist so gefestigt, so stabil – da ist ganz egal, ob ich bleibe.“

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