© APA/EXPA/ROLAND HACKL

Sport Fußball
01/23/2021

Zittersieg: Mit viel Moral zwang die Austria Ried in die Knie

Die Wiener gewannen trotz Unterzahl und viel Hektik 1:0.

von Alexander Strecha

"Man muss nicht unbedingt ein Mathematik-Professor sein, um zu erkennen, dass wir Siege benötigen. Immerhin mĂŒssen wir den RĂŒckstand zu den Klubs vor uns reduzieren." Austria-Trainer Peter Stöger hat trotz der sportlich und wirtschaftlich schwierigen Situation seinen Humor nicht verloren. Seine SchĂŒler bescherten ihm zum Auftakt im neuen Jahr in Ried ein 1:0, das vielleicht zu einer InitialzĂŒndung zu einer Aufholjagd in Richtung Top 6 werden könnte.

Bei der Austria gab Neuzugang Martel sein DebĂŒt in Leuchtstiftgelb, in dem die Violetten in Ried antraten. Schon nach vier Minuten durfte er ein Tor bejubeln, Pichler versenkte per Kopf eine butterweiche Flanke von Sarkaria zum 1:0. Die Austria setzte den offensichtlichen Plan mit viel schnellem Tiefgang nach Ballgewinn zunĂ€chst gut um. Martel hĂ€tte sogar erhöhen können, sein schöner Volleyschuss landete im Netz, jedoch von außen (25.).

Die Rieder sorgten meist aus Kontern mit flottem Umschalten fĂŒr Gefahr, Bajic scheiterte zunĂ€chst an Austria-Goalie Pentz, knapp vor der Pause traf dessen Kollege Palmer-Brown bei einer Rettungsaktion die Stange des eigenen Tors. Der Ausgleich lag in der Innviertler Luft.

In der 51. Minute stand wieder Martel im Fokus, weil sein DebĂŒt ziemlich plötzlich zu Ende ging. Nach der zweiten Gelben Karte schickte ihn Schiedsrichter JĂ€ger unter die Dusche – eine mehr als fragwĂŒrdige Entscheidung, weil es sich beim zweiten Vergehen maximal um ein Dutzendfoul, aber nie und nimmer um Gelb handelte. Die Austria musste fortan in Unterzahl zu Werke gehen, Fitz rĂŒckte aus dem Angriff ins Mittelfeld zurĂŒck.

Große Turbulenzen

ZunĂ€chst gelang es den Wiener noch gut, das Geschehen ausgeglichen und den Ball auch in den eigenen Reihen zu halten. Doch mit Fortdauer der Partie nutzten die Rieder das numerische Übergewicht zu einem dominanteren Auftreten, sukzessive drĂŒckte man die Austrianer in die Defensive. Chancen auf den Ausgleich gab es zuhauf. So lief Bajic allein auf Pentz zu, fand im Austria-Keeper aber einmal mehr seinen Meister.

Verteidiger und KapitĂ€n Reifeltshammer kam bei einem Eckball zum Kopfball, setzte den Ball aber um wenige Zentimeter am Tor vorbei. Der eingewechselte Canadi scheiterte mit einem schönen Drehschuss nur knapp. Die Austria kĂ€mpfte mit dem Mute der Verzweiflung und brachte die knappe Verteidigung am Ende ĂŒber die hektische Schlussphase. Pech hatte StĂŒrmer Monschein: Kaum eingewechselt, kippte er nach wenigen Augenblicken mit dem Knöchel um und musste mit einer BĂ€nderverletzung wieder raus.

Die Wiener bewiesen Moral und feierten in Ried einen glĂŒcklichen, aber wertvollen Sieg.

Ried - Austria 0:1 (0:1)

Ried, Josko-Arena, keine Zuschauer erlaubt (wegen Coronavirus-Pandemie), SR JĂ€ger

Tor: 0:1 (5.) Pichler

Ried: Sahin-Radlinger - Kerhe (79. Reiner), Reifeltshammer, Boateng, Lercher - Ziegl, Offenbacher (79. Lackner) - Bajic, Wießmeier (60. Nutz), GrĂŒll - Gschweidl (68. Canadi)

Austria: Pentz - Zwierschitz, Schösswendter, Palmer-Brown, Suttner - Sarkaria (57. Teigl), Martel, Ebner, Jukic (73. Monschein/79. Handl) - Fitz (79. Wimmer), Pichler

Gelb-Rot: Martel (51./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Reiner bzw. Stöger (Trainer)

Tabelle:

1.

Rapid 

13

8

3

2

30:18

12

27

 

2.

Salzburg

12

8

1

3

39:15

24

25

 

3.

Sturm 

13

7

4

2

23:9

14

25

 

4.

LASK

12

7

3

2

24:10

14

24

 

5.

WAC

13

5

3

5

22:24

-2

18

 

6.

WSG Tirol

12

5

2

5

18:17

1

17

 

7.

St. Pölten

13

4

4

5

25:25

0

16

 

8.

Hartberg

13

3

6

4

14:23

-9

15

 

9.

Austria 

13

3

5

5

13:18

-5

14

 

10.

Ried

13

4

1

8

17:29

-12

13

 

11.

Altach

12

2

2

8

11:27

-16

8

 

12.

Admira

13

2

2

9

14:35

-21

8

 

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare