Salzburg patzte gegen Krasnodar.

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Europa League
09/15/2016

Tristesse in Salzburg: Pleite gegen Krasnodar

Der überforderte Meister startete mit einem 0:1 gegen Krasnodar in die Gruppenphase.

von Stephan Blumenschein

14 Spiele waren die Salzburger in der Europa-League-Gruppenphase ohne Niederlage geblieben. Gestern endete die stolze Serie nach fünf Jahren mit einem 0:1daheim gegen den FK Krasnodar, der die Grenzen dieses Salzburger Teams aufzeigte.

Österreichs Meister bekam schon vor dem Spiel die Rechnung präsentiert für das vom Partnerklub RB Leipzig initiierte Kommunikationsfiasko rund um den Wechsel des Brasilianers Bernardo vor zweieinhalb Wochen: Nur 6507 Zuschauer wollten das erste Gruppenspiel gegen den russischen Spitzenklub sehen. Weniger waren in einem Europa-League-Gruppenspiel nur einmal in der Red-Bull-Arena: 2010 kamen 5300 gegen Lech Posen. Das Spiel fand aber im Dezember statt, dazu war Salzburg bereits vor dem Spiel ausgeschieden.

Umbauten in der Startformation

Trainer Oscar überraschte gestern mit seiner Aufstellung: Laimer und Wanderson saßen nur auf der Bank, Samassekou und Minamino standen statt der beiden Leistungsträger in der Startelf.

Das Spiel begann mit 15 ordentlichen Minuten. Beide Teams waren aktiv, wohl im Wissen, dass nur der Sieger der Auftaktpartie eine realistische Chance im Kampf um den Aufstieg in der starken Gruppe I haben dürfte.

Doch dann zeigte sich schnell, dass Krasnodar die höhere spielerische Klasse hat. Ball und Gegner wurden kontrolliert. Trotzdem hatte Salzburg durch Soriano die erste Großchance des Spieles. Der Spanier schoss aber neben das Tor (18.).

Früher Tausch

Danach passte sich die Partie der trostlosen Kulisse in der Red-Bull-Arena an. Einzig erwähnenswerte Szene für lange Zeit war ein Wechsel: Der Engländer Wisdom musste (typisch für Salzburger Last-Minute-Transfers) mit muskulären Problemen im Oberschenkel vom Platz, Lainer kam ins Spiel (30.).

Und der Rechtsverteidiger war auch gleich am 0:1 mitbeteiligt, kam er doch gegen seinen Gegenspieler Joaozinho zu spät, nachdem Caleta-Car und Miranda einem Outeinwurf nicht per Kopf klären konnten (37.).

Nach dem Wechsel war wenigstens etwas mehr Bemühen im Salzburger Offensivspiel zu sehen. Was aber in Österreich reicht, um das erfolgreichste Team der vergangenen sechs Runden gewesen zu sein, war gegen Krasnodar viel zu wenig. Da kein Druck aufgebaut werden konnte, kamen die gut organisierten Russen nicht wirklich in Gefahr.

Salzburg blieb aber im Spiel, weil Krasnodar mit den Konterchancen schlampig umging. Dazu leistet sich Petrov eine Dummheit. Bereits verwarnt schindete er so er so lange Zeit, bis er ausgeschlossen wurde (71.).

Salzburg blieben 20 Minuten in Überzahl. Wanderson kam ins Spiel für den früh eingewechselten Lainer. Ein Soriano-Roller neben das Tor blieb aber die magere offensive Ausbeute .

Salzburg - Krasnodar 0:1

Wals-Siezenheim, 6.507 Zuschauer, SR Zelinka (Tschechien)

Tor: 0:1 (37.) Joaozinho

Salzburg: Walke - Wisdom (30. Lainer/79. Wanderson), Caleta-Car, Miranda, Ulmer - Samassekou (73. Dabbur), Upamecano - Lazaro, Berisha, Minamino - Soriano

Krasnodar: Kritsjuk - Jedrzejczyk, Naldo, Granqvist, Petrow - Eboue, Akhmedov (62. Gasinski), Kabore - Podberezkin (60. Laborde), Smolow, Joaozinho (74. Kaleschin)

Gelbe Karten: Samassekou, Soriano bzw. Kabore, Laborde

Gelb-Rot: Petrow (71./Krasnodar/Foul bzw. Unsportlichkeit)

Oscar: "Männer gegen Burschen"

Oscar Garcia (Salzburg-Trainer): "Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Wir hatten zu viel Respekt. Wir haben Probleme mit dem Ball gehabt. Das Tor war ein kindisches Tor, völlig unnötig und hat unserem Spiel sehr wehgetan. Aufgrund der zweiten Hälfte hätten wir uns mehr verdient. Aber das ist Fußball auf europäischem Niveau. Wir haben bei elf gegen elf besser gespielt (als in Überzahl), uns fehlt die Qualität des letzten Passes. Ich hatte heute das Gefühl, dass Männer gegen Burschen gespielt haben."

Igor Schalimow (Krasnodar-Trainer): "Es war für uns das erwartet schwere Spiel. Wir sind defensiv gut gestanden, haben wenig Chancen zugelassen. Obwohl es bis zum Schluss nervös war, bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ich glaube auch, dass es unter dem Strich gerecht ist. Allerdings hätte es anders ausgehen können, wenn wir das 1:1 kassiert hätten. Wir müssen uns noch verbessern. Letztlich haben die besseren Einzelspieler den Ausschlag gegeben, und wir haben unsere Chance genutzt."