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Sport Fußball
09/06/2019

Trainerausbildung: Rapidler und Austrianer drücken gemeinsam die Schulbank

Viele Bundesliga-Kicker nützten die Länderspielpause, um sich bei der B-Lizenz weiterzubilden.

von Alexander Strecha

Eine Länderspielpause gereicht jenen Spielern, die nicht in ihre nationale Auswahlen berufen wurden, meist zur körperlichen Regeneration oder zum Feinschliff in taktischen Angelegenheiten. Aber sie bietet auch ganz andere Möglichkeiten, beispielsweise um sich weiterzubilden. Diese Gelegenheit packten diese Woche viele Bundesliga-Kicker beim Schopf und begaben sich ins niederösterreichische Lindabrunn, um dort im Rahmen der Trainerausbildung ein Klassentreffen abzuhalten.

Florian Klein (re.), Austria

James Holland, LASK

Emanuel Pogatetz, LASK

Thomas Gebauer, LASK

Mario Sonnleitner (re.), Rapid

Rene Gartler, St. Pölten

Zlatko Junuzovic (li.), Red Bull Salzburg

Und siehe da, plötzlich gibt es auch keine Rivalität mehr zwischen Grün und Violett, da schreiben Rapidler von Austrianern ab, da sagen LASK-Spieler Violetten ein. Vor allem ist die Schulbank ein Ort des Wiedersehens ehemaliger Kollegen. Salzburgs Zlatko Junuzovic traf seine Ex-Kollegen Michael Madl, Florian Klein oder Alexander Grünwald, die sich allesamt gut mit Rapids Mario Sonnleitner verstehen und auch mit den Linzern Emanuel Pogatetz, James Holland und Thomas Gebauer ihren Spaß haben. Daneben drückt auch noch St. Pöltens Rene Gartler die Schulbank.

Junuzovic warf knapp vor Beginn der Champions-League-Gruppenphase noch einen Blick auf die andere Seite und zeigte sich beim Kurs zur B-Lizenz durchaus beeindruckt: „Es ist interessant, mal einen Einblick in die andere Sichtweise zu bekommen. Da gewinnt man neue Erkenntnisse. Und will man das ernsthaft betreiben, dann ist es herausfordernd und intensiv.“ Noch aber möchte Junuzovic so lange Fußball spielen, wie ihn seine Beine halbwegs übers Feld tragen.

Hundemüde

Ähnlich angetan gibt sich Austria-Kapitän Alexander Grünwald, der am Ende der Tage in Lindabrunn müde ins Bett fiel – fast wie in einem Trainingslager. „Weil es für mich doch ungewohnt ist, einen Tag lang in einem Lehrsaal zu sitzen.“ Auch er freut sich über den Perspektivenwechsel und hat nun noch mehr Respekt vor dem Job eines Trainers. „Der ist nämlich gar nicht so leicht, wie man als Spieler glaubt. Du musst eine starke Person als Trainer sein.“

Der Spieler hätte es im Vergleich dazu leicht, wenn er täglich auf den Platz geht und den Anweisungen des Trainers Folge leistet. „Und jetzt sehen wir, wie umfangreich eigentlich die Vorbereitung eines Trainers aus jede Einheit ist. Das bekommst du als Spieler nicht alles mit.“ Der Schnupperkurs ist der erste Schritt in eine andere Richtung.