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25.02.2013

Toni Vastic: "Hab sicher ein paar Sachen vom Papa"

Der Sohn von Ivica Vastic will vorerst in der österreichischen Bundesliga seinen Weg gehen.

Nach Jahren in England und Deutschland ist Toni Vastic zurück in Österreich. Bei Cupfinalist SV Ried will der 20-jährige Sohn von Ivica Vastic sich erstmals im Erwachsenen-Fußball richtig beweisen. Beim Heim-1:1 gegen den WAC gab Vastic Junior (ab der 51. Minute) sein Bundesliga-Debüt, am Samstag beim 0:0 in Wiener Neustadt stand er aufgrund der Verletzung von Rene Gartler erstmals in der Startformation.

Das dürfte auch im Mittwochspiel zu Hause gegen die Austria der Fall sein. Der Stürmer könnte also ausgerechnet gegen jenen Klub seinen ersten Bundesligatreffer erzielen, bei dem er von Oktober 2003 bis August 2005 einen Teil seiner Ausbildung absolviert und sein Vater Ivica noch bis Ende Mai 2012 als Trainer gearbeitet hatte.

Bayern Amateure

Vastic spielte im Herbst noch für das Amateurteam von Bayern München in der deutschen Regionalliga und schlug in der Winterübertrittszeit Angebote aus der ersten und zweiten deutschen Liga aus. "Ich habe mit Freunden und der Familie geredet, und wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es das Beste ist, sich jetzt einmal in Österreich zu etablieren, um vielleicht dann noch einmal den Schritt ins Ausland zu wagen", klärte Vastic auf. Für ihn ist die österreichische Liga zwar ganz in Ordnung, lebenslänglich wolle er hier aber nicht bleiben.

Nach seiner Nachwuchszeit bei Sturm Graz, der Austria und in Linz wechselte Vastic im Sommer 2009 zu den Blackburn Rovers, wo er in der U18 Erfahrung sammelte. Im Sommer 2011 folgte der Wechsel nach Deutschland. "Ich würde wieder alles genau gleich machen, es war ein perfekter Mix", sagte Vastic. "In England war es sehr körperlich, da habe ich die Härte bekommen, auch gelernt einzustecken und auszuteilen. Und in Deutschland habe ich im taktischen und spielerischen Bereich sehr viel gelernt", ergänzte der U21-Teamspieler.

Talent vom Vater

Vastic hat auch sehr viel Talent von seinem Vater mitbekommen, dass er immer wieder mit ihm verglichen wird, daran hat er sich gewöhnt. "Es ist schon seit jungen Jahren so, dass jeder sagt, der muss so gut werden wie der Papa. Ich habe gelernt damit locker umzugehen", erinnerte Vastic, den im Herbst ein Bänderriss im Sprunggelenk zurückgeworfen hatte.

Druck mache er sich diesbezüglich keinen. "Ich spiele mein eigenes Spiel, gehe meinen eigenen Weg und bisher war es ja ziemlich gut", sagte Vastic. Ähnlichkeiten mit dem Spielstil von Vastic Senior gibt es schon. "Ich habe sicher ein paar Sachen vom Papa. Ich glaube, dass er technisch viel stärker war als ich, dafür bin ich ein bisschen größer und kräftiger", meinte Vastic Junior.

Seine Stärken, die er im Torabschluss, Kopfballspiel und seiner Laufbereitschaft sieht, gilt es nun im Offensivspiel der Rieder einzubringen. "Ich glaube, die deutsche Regionalliga war auch eine gute Liga. Ich probiere mich zu beweisen und einen Stammplatz zu holen", kündigte Vastic an. Wichtig ist ihm vor allem der Erfolg mit der Mannschaft. "Wir werden probieren, an Sturm Graz ranzukommen, und wenn es möglich ist, auch an den dritten Platz", erklärte Vastic.

"Er ist sehr spielintelligent"

Coach Michael Angerschmid ist mit der Entwicklung seines Neo-Stürmers zufrieden. "Er ist sehr spielintelligent, im Strafraum da, wo es brennt", strich der Ried-Trainer die Vorzüge des ÖFB-Talents hervor. Angerschmid war allerdings wichtig zu betonen, dass man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben dürfe. "Bei ihm ist einfach die Gefahr, dass man jetzt glaubt, er muss gleich den Durchbruch schaffen. Er ist noch sehr jung und wird bei uns die Zeit bekommen, die er braucht. Die Bundesliga ist ja dann doch ein anderes Metier wie die Regionalliga in Deutschland."

In seinen ersten beiden Einsätzen blieb Vastic noch ohne Tor. "Er hat ein, zwei gute Aktionen gehabt, muss sich aber noch entwickeln", sagte Angerschmid nach dem 0:0 am Samstag. Gegen die Austria müsse sich die Offensivabteilung insgesamt steigern. "Es fehlt uns im letzten Drittel nach vorne noch die Durchschlagskraft und vorne die letzte Konsequenz", ist sich Angerschmid bewusst.

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