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Wie ein kleiner Rapidler zum großen Cowboy in Dallas wurde

In Dallas, wo Österreich bei der WM am Montag gegen Argentinien spielt, wurde einst ein Österreicher zum Superstar: Toni Fritsch.
Wolfgang Winheim
Waren dicke Freunde: Toni Fritsch und George Foreman.

Am heutigen Samstag übersiedelt das Nationalteam nach Dallas. Wo ein Österreicher beim sportlichen Fremdgehen einst Kultstatus genoss. So sehr, dass ihn ob seiner Schilderungen Ex-Rapid-Mitspieler für einen Münchhausen hielten. Das tat Toni Fritsch weh. Schließlich war er, der 1965 zwei Tore beim legendären 3:2 im Wembley gegen England erzielt hatte, vom Wembley- zum gefeierten Texas-Toni geworden. Indem er mit den Dallas Cowboys den Superbowl holte.

TV-Berichte über American Football waren in den 1970ern noch spärlich im ORF. Beim KURIER-Lokalaugenschein in Dallas aber stellte sich heraus, dass die Jubelmeldungen über den Toni aus Petronell sogar noch untertrieben waren. Doch wie kam es so weit?

Ein schlitzohriger Manager namens Bob Kap hatte von Tonis Schusskraft (der flankte den Ball auf der alten Pfarrwiese oft von einem Cornerfahnl zum anderen) erfahren, ihn getestet und überredet, fortan nur noch nach dem Eierlaberl zu treten.

Im imposanten Cowboys-Stadion von Dallas (dort wird jetzt in einer noch größeren, noch teureren Arena gespielt) durfte ich hinter der langen Spielerbank der Cowboys stehen, als sich der neben 100-Meter-Olympiasieger Bob Hayes sitzende Fritsch umdrehte und sagte: „Pass auf, jetzt hau ich’s denen glei wieder eini, die Blunzn.“ Gesagt, getan.

Toterhoffter Soccer

Zum x-ten Mal war damit eine Partie zugunsten der hünenhaften Cowboys durch ihren little Toni entschieden. Danach wurde auch ich vors TV-Mikrofon geholt, zumal man aus europäischem Munde unbedingt hören wollte, dass der Soccer (= Fußball) in Europa bald tot sei. Die Antwort missfiel. Das Interview wurde vermutlich nie gesendet.

Ein Autounfall (bei dem der „Gegner“ ein Stoppschild übersah, Fritsch aber alkoholisiert war) bedeutete den Karriere-Knick. Doch die Bekanntheit vom bis dahin im US-Werbe-TV nationwide dauerpräsenten Österreicher reichte zu einem Engagement bei den Oilers in Houston. Sein dortiger Promi-Nachbar und Boxweltmeister George Foreman kam Fritsch zuliebe sogar nach Wien.

Fritsch pendelte zwischen Texas und Europa. Sein Herz aber schlug bis zur letzten Minute für Rapid. Kurz nachdem er sich eine Ehrenkarte für Rapid in der Champions League gegen die Bayern besorgt hatte, brach er am 13. September 2005 auf der Hütteldorfer Straße zusammen. Fritsch wurde nur 60 Jahre alt.

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