Sturm bleibt auf Champions-League-Kurs

Sturm feierte einen 1:0-Heimsieg.
Foto: apa

Sturm besiegt im Rückspiel der dritten Runde Zestafoni 1:0 und steht im Play-off. Die Chancen auf die Eliteliga stehen gut.

Die Sturm-Fans waren sauer, drohten gar mit einem Boykott. Weil der Klub unverschämter Weise die Karten im Fansektor Nord um vier Euro auf 22 Euro verteuert hatte.

Es kamen dann doch einige: Etwas mehr als 10.000 sahen einen mühevollen 1:0-Sieg, der viel wert ist. Nach einem 1:1 bei Zestafoni wurde der georgische Meister ins Play-off der Europa League verabschiedet, Sturm löste hingegen das Ticket für das Play-off zur Königsklasse. Bedeutet soviel wie: 2,1 Millionen UEFA-Prämie sind fix, bei einem Aufstieg in die Gruppenphase der Champions League erhöht sich der Zuschuss fürs Grazer Konto auf rund 7,2 Millionen Euro (soviel gab es zumindest in der Saison 2010/2011 ).

Aggressiv

Zahlen, die die Grazer bestimmt vor dem Match gegen die Georgier im Kopf hatten. Motivation genug, um den tristen Alltag Bundesliga - da ist man nach drei Runden Letzter - für 90 Minuten zu vergessen. Die Grazer agierten aggressiver als zuletzt, nur mit der Technik haperte es - Fehlpass reihte sich an Fehlpass.

Gefährlich wurde es nur, wenn der wiedergenesene Hölzl freie Bahn hatte, zwei Mal scheiterte der Tiroler an Goalie Kwaschwadse.

Die Abwehr war mit Neuerwerbung Dudic solider als zuletzt, ein Bollwerk sieht aber anders aus. Die Georgier kamen deshalb zu Konterchancen. Sturm hatte zwei Trümpfe: Tormann Gratzei und die Abschlussschwäche der Georgier, die zahlreiche Chancen verjuxten. Zudem klappte erneut das Umschalten zwischen Defensive und Offensive nicht. Mit Fortdauer der Partie gesellte sich die Nervosität hinzu.

Entscheidung

Für den Befreiungsschlag nach 68 Minuten sorgten ausgerechnet die beiden Stürmer, die von einer hartnäckigen Formkrise gebeutelt wurden: Szabics bediente Kienast ideal, der konnte Kwaschwadse überheben - 1:0. "Damit war der Knoten gelöst. Wir konnten dann befreit aufspielen", jubelte Roman Kienast.

Schwer tat sich nur noch der Stadionsprecher, der den eingewechselten Georgier Tsinamdsgwrischwili ankündigen musste.

"Ich bin sehr zufrieden, vor allem mit Hälfte zwei", resümierte Trainer Franco Foda, der ankündigte, dass demnächst ein defensiver Mittelfeldspieler kommt. Ex-Kapitän Jürgen Säumel ist jedoch kein Thema mehr.

Die Grazer haben nun die große Chance, zum bereits vierten Mal in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen. Gelingt es nicht, wartet die Europa League als Trostpreis.

Und noch etwas wird die Sturm-Fans freuen: Die Eintrittspreise werden wieder gesenkt.

(kurier / Harald Ottawa) Erstellt am
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