Fokussiert: Der "Major" denkt noch lange nicht ans Aufhören.

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Fußball
03/31/2016

Stefan Maierhofer: Pokale stemmen in der Slowakei

Nach einigen ruhelosen Wanderjahren geht er nun für Trencin auf Torejagd.

von Mathias Kainz

Er war nie ein "konventioneller" Fußballer: In den Jugendauswahlen des österreichischen Nationalteams hat er kein Spiel absolviert, inklusive Jugendvereine stehen insgesamt 26 Klubwechsel für den 33-Jährigen zu Buche. Trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - hat Stefan Maierhofer so etwas wie Kultstatus. Nach Meistertiteln mit Rapid Wien und Red Bull Salzburg und einem keine zwei Monate andauernden Gastspiel in Wiener Neustadt ist der 2,02-Meter große Maierhofer mittlerweile in der Slowakei aktiv.

Beim "Emporkömmling" AS Trencin, Titelverteidiger und neun Runden vor Schluss Tabellenführer der slowakischen Fortuna Liga, hat der "Lange" eingeschlagen. Seit anderthalb Monaten spielt Maierhofer für den erst 1992 gegründeten Klub, hat in bisher vier Partien schon zwei Treffer erzielt und einen weiteren vorbereitet. Damit trägt er seinen Teil zur angestrebten - und bei neun Punkten Vorsprung auf Verfolger Slovan Bratislava auch recht wahrscheinlichen - Titelverteidigung bei.

Die Slowakei ist mehr als ein Notnagel

Dabei musste man vor einigen Monaten noch fürchten, dass die Karriere des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs vorbei sein könnte. Nach dem Abstieg des englischen Zweitligisten Millwall, bei dem Maierhofer nach seinem Abgang aus Wiener Neustadt kickte, war der Niederösterreicher zunächst vereinslos. Ein geplanter Wechsel zu Standard Lüttich, wo mit Axel Lawaree ein weiterer Ex-Rapidler Sportdirektor ist, zerschlug sich, nachdem sich Maierhofer im Testspiel die Hand brach - nicht jedoch, ohne vorher zwei Treffer zu erzielen. "Dann haben sie mir gesagt, dass sie mich doch nicht brauchen. Eine unglaubliche Situation", erinnert sich Maierhofer.

Seit dem Wechsel in die Slowakei kommt der "Major" wieder in Form. "Es macht Spaß, ich bin körperlich wieder in einer richtig guten Verfassung." Und bei Trencin arbeitet sich der 19-fache ÖFB-Teamspieler Schritt für Schritt in die Startelf - keine leichte Aufgabe, angesichts des mit 14 Legionären gespickten Kaders. Die Verantwortung dafür hat mit Tscheu La Ling ein ehemaliger niederländischer Teamspieler, der seit 2007 die Geschicke von Trencin lenkt. Unter seiner Führung feierte Trencin 2014/15 den ersten Titel und als Krönung gleich noch den Cupsieg dazu.

Model, Berater, aber vorerst hauptsächlich Profi

Derzeit wird das Stadion in der 55.000-Einwohner-Stadt im Westen der Slowakei erneuert - von derzeit 4.300 Plätzen auf 10.500 Plätze. Den Meistertitel hat Trencin fast sicher, auch im Pokal steht man erneut im Halbfinale. In der Liga hat man erst zwei Spiele verloren, von 24 Partien gleich 19 gewonnen. "Da ist was im Entstehen", ist sich Maierhofer sicher. "Wir spielen agrressiven Fußball mit Pressing und viel Ballbesitz."

In der Slowakei wollte Maierhofer vor allem zwei Dinge: Fußball spielen und Pokale stemmen. Mit einem möglichen Double im Rücken und ein paar Toren im Frühjahr auf dem Konto soll auch der Marktwert wieder steigen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, ans Karriereende denkt der 33-Jährige aber noch nicht. Auch wenn er sich nebenher gleich zwei zusätzliche Standbeine geschaffen hat. Seine vor zwei Jahren gegründete Berateragentur Sportscon profitiert von Maierhofers illustrer Karriere. Und auch als Model hat der Niederösterreicher in der Vergangenheit gute Figur gemacht. Dennoch gilt der Fokus jetzt noch der Profikarriere: "Der Fußball hat oberste Priorität."