Starke Sprüche bei Schalker Schlagerparade

In Pose: Die Schalker Fuchs (re.) und Raúl mit Niessl und Illedits (li.).
Foto: KURIER

"Fuchs? Dat is 'n guter Junge" erklärt ein Schalke-Fan in Stegersbach.

Hans Niessl schaute in Stegersbach auf einen Sprung im Balance-Hotel vorbei. "Hello. I am the Governor of this country", sagte der Burgen-Landeshauptmann zu Herrn Raúl. Unter einem Governor aus Österreich stellt sich der gemeine Schalke-Spieler wohl eher Arnie als Hansi vor. Trotzdem stellte sich der Fußballstar von Welt bereitwillig für ein Foto in Pose. Mit Governor Niessl, Schalke-Kumpel Fuchs und einem SP-Klubobmann namens Illedits.

Schalke 04 ist im Burgenland, in Stegersbach, dort, wo das österreichische Nationalteam während der EM Quartier bezogen hat. Die Tribüne des Sportzentrums ist bei jedem Training gut gefüllt. Auf einem Heurigentisch sind Fan-Utensilien von Schalke 04 ausgebreitet.

Auch diverse T-Shirts.

"Entschuldigung. Könnten Sie einem unwissenden Österreicher sagen, was der Spruch bedeutet?" Ein freundlicher Herr setzt an: "Och. Ne Zicke, det is so 'n Mädschen…" Herzlichen Dank. "Was eine Zicke ist, weiß ich. Aber was bedeutet Zecke im Zusammenhang mit Zicke?" Jetzt klingelt es bei dem freundlichen Herrn, der im Auftrag des Dachverbandes der Schalke-Fanklubs unter anderem ein T-Shirt mit dem Schriftzug "Lieber Zicke als Zecke" verkauft. "Zecken", sagt er, "Zecken sind für uns die Dortmunder Fans."

Zeckenalarm

Und zwischen diesen königsblauen Fans und den schwarz-gelben von Dortmund herrscht mehr als ein lächerlicher Zickenkrieg. "Schwere Zeiten, wenn der Erzrivale Meister ist?" Da hören sich Freundlichkeit und vor allem Spaß auf. "Wir haben den Pokal geholt", sagt der Mann ziemlich trotzig.

Der Parkplatz vor dem Sportzentrum ist voller Autos mit deutschen Kennzeichen. Beim Trainingsspiel wird jedes Tor beklatscht, danach wird auf die Objekte der Begierde gewartet. Die Spieler schlängeln sich durch die Fans zum Autobus, der sie rauf ins Hotel zur Therme bringt. Sie schreiben Autogramme, posieren für Erinnerungsfotos. Tag für Tag. Training für Training. Egal, ob ein Weltstar wie Raúl. Egal, ob ein Deutschland-Star wie Metzelder. Egal, ob ein Österreich-Teamkapitän wie Fuchs.

"Fuchs? Dat is 'n guter Junge", sagt jemand. Es ist Axel. Man könnte sagen, Axel, der Papa-Fan, der mit seinen beiden Buben-Fans und seiner Frau (Mama-Fan) seinen Urlaub so gelegt hat, dass er seinen Schalkern auf die Trainingsbeine schauen kann. "Hier ist das ja ganz toll, hier kann man mit den Kindern viel unternehmen", sagt Axel und verabschiedet sich samt Familie ins Freibad. Allerdings nur bis zum Nachmittagstraining. Oder bis zu einem der Trainingsspiele, so wie am Dienstag gegen Sigma Olmütz.

Fan-Ansturm

Rund 80 Fans verbringen Tag für Tag beim Training, mehr als 100 schauen jeden Tag zusätzlich vorbei. Viele aus Deutschland, einige aus Österreich, vereinzelte sogar aus Ungarn. Mittwochabend geht es zurück nach Gelsenkirchen, denn dort gibt es am Samstag Zeckenalarm: Meister Dortmund kommt zum Supercup-Spiel.

(kurier / Manfred Imre, Günther Pavlovics) Erstellt am
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