SKN auf Titelkurs: St. Pölten führt mit dem "schwierigeren Ansatz"

Erster in der 2. Liga: SKN-Coach Cem Sekerlioglu wurde für sein Vertrauen in die Spielidee belohnt. Warum der Ex-Austrianer mit großem Interesse auf Rapid schaut.
Daumen hoch bei SKN-Trainer Sekerlioglu

Alles läuft für den SKN. St. Pölten hat vier Spiele in Folge gewonnen, führt mit drei Punkten Vorsprung auf Lustenau und fährt mit äußerst breiter Brust zum Spitzenspiel der 2. Liga nach Vorarlberg am Freitag bei der Austria.

Kurioserweise hat SKN-Trainer Cem Sekerlioglu die Frage „Was kann St. Pölten im Titelrennen noch stoppen?“ bereits vor sechs Monaten gehört.

Von 1 auf 5 und wieder zurück 

Der Wiener blieb damals, bei acht Punkten Vorsprung auf den Zweiten, ebenso ruhig wie im hartnäckigen Tief, das mit einem 1:3 gegen Amstetten vor fünf Wochen den Rückfall auf Rang fünf brachte.

Auch jetzt, im neuerlichen SKN-Hoch, muss sich der 47-Jährige nicht verstellen.

„Wir haben kaum etwas verändert. Wir sind immer bei unserem Spielstil geblieben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es wieder funktioniert“, sagt der langjährige Austria-Nachwuchstrainer, der bei seiner ersten Station als Chefcoach seit Juni bedingungslos auf Ballbesitz, Positionsspiel und Kombinationsfußball setzt.

FUSSBALL: ÖFB-CUP - ACHTELFINALE: SKN ST. PÖLTEN - SK RAPID

Vier Stammkräfte weg

Was sich über den Winter doch geändert hat, ist die Stammelf: Riegler (zu BW Linz) und Dursun (von Rapid an Thun) wurden abgegeben, Young ist schwer verletzt, Thesker noch auf dem Weg zurück.

„Wir konnten adäquat nachbesetzen, alle Neuen sind sehr spielstark – das hat die Integration erleichtert“, freut sich Sekerlioglu über die Arbeit von Sportchef Christoph Freitag mit deutlich zurückgefahrenem Budget nach dem Ausstieg von Investor FC 32 vor genau einem Jahr: Im Frühjahr 2026 helfen Perovic und Routinier Djuricin vorne, Celic tut das hinten.

Die drei Besten der Vorsaison machen Karriere 

Sekerlioglu fragt sich: „Und was wäre los, wenn Mbuyi, Harakate und Just auch noch da wären ...?“ Während Mbuyi (Rapid) und Harakate (GAK) in der Bundesliga durchstarten, ist Just der Topspieler von Motherwell und wird mit Neuseeland zur WM fahren.

Was dem SKN-Trainer sonst noch auffällt, ist das Alleinstellungsmerkmal der St. Pöltner in der 2. Liga: „Rapid will mit Hoff Thorup jetzt auch zangeln. Das ist sicher der schwierigere Ansatz.“ Ansonsten dominieren in beiden Ligen andere Attribute.

Die Weiterentwicklung des international gespielten Fußballs spricht für Sekerlioglu: „Jetzt weist ja sogar der neue Sportchef von Salzburg darauf hin, dass das Spiel gegen den Ball mittlerweile alle beherrschen und sich in Österreich etwas ändern sollte.“

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Vier Topspiele in Serie

Den Hit in Lustenau sieht Sekerlioglu lediglich als Auftakt „einer Topspiel-Serie: Auch danach geht es mit Liefering, FAC und Admira Schlag auf Schlag.“

Erst danach wird von Sekerlioglu auch bei der Frage „Stopp für den Meisterzug?“ Klartext gesprochen werden.

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