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29.11.2018

Sieg nach Rückstand: Rapid triumphiert über Spartak Moskau

Die Hütteldorfer mussten in Moskau nicht nur wegen der Kälte zittern - am Ende gelang dann die große Sensation.

Im russischen Winter hielt die außergewöhnliche Serie von Rapid. Bei minus zwölf Grad, die sich nicht nur für kurzbehoste Kicker noch kälter anfühlten, gab es gegen Spartak einen Last-Minute-Sieg. Selbst hartgesottene Russen kamen im Skianzug in die WM-Arena – und staunten, wie die Hütteldorfer mit dem Favoriten beim 1:2 am Ende Schlitten fuhren.

Es war das zwölfte Spiel der Hütteldorfer gegen einen Klub aus Moskau – nie gab es eine Niederlage. Obwohl nur 20.739 Fans im Eiskasten ihrer Leidenschaft frönten, wurde es richtig laut. Warmsingen war das offensichtliche Motto der Russen. Am Ende jubelten die Wiener über das Endspiel gegen die Rangers am 13. Dezember um den Aufstieg.

Doppelter Umbau

Mit dem 2:0 im ersten Duell war die Partie nicht nur wegen der Trainerwechsel kaum noch zu vergleichen. Nur vier aus der Spartak-Startelf hatten auch im September begonnen. Coach Kononov holte nicht nur die von Ex-Trainer Carrera rausgeworfenen Stars zurück, sondern konnte auch einige wieder fitte Rückkehrer im 4-4-2 aufbieten.

In die andere Richtung ist es bei Rapid gelaufen: Zu den vier fehlenden Stammspielern gesellte sich der nach dem Anflug erkrankte Mario Sonnleitner. Stefan Schwab und Philipp Schobesberger wurden mit Blick auf die Sonntagspartie in Innsbruck für 64 Minuten auf der Bank platziert. Wie beim 2:0 agierten Mert Müldür und Marvin Potzmann als Außenverteidiger. Denn Boli Bolingoli rückte um eine Position nach vorne. Aufgrund der Ausfälle durften auch die gegen den LASK enttäuschenden Mateo Barac und Deni Alar in die Startelf.

Der erblondete Jungpapa Christoph Knasmüllner gab den ersten Schuss ab (8.), Bolingoli den zweiten (18.) – jeweils drüber. Bei Spartak saß hingegen der zweite Versuch. Blitzschnell wurde am herausgerückten Max Hofmann, bei dessen ersten Einsatz unter Didi Kühbauer, vorbei kombiniert. Barac hob das Abseits auf und Ze Luis traf durch die Beine von Richard Strebinger (20.).

Der Kapitän musste bis zur Pause nicht mehr eingreifen. Alars abgefälschter Schuss hätte hingegen fast den postwendenden Ausgleich gebracht (21.). Kühbauer ärgerte sich vielmehr über Schiedsrichter Gil, als über die Leistung seiner Mannschaft mit dem immens verbesserten Manuel Martic im Zentrum. Der nächste Torschuss hätte beinahe die Vorentscheidung gebracht. Nach einem Freistoß kam Hanni an den Ball, Barac rettete auf der Linie (53.).

Die Wende

Nach einem gehaltenen Alar-Drehschuss kamen Schwab und Schobesberger. Rapid war nun die bessere Mannschaft – und plötzlich stürmte ein Spartak-„Fan“ das Feld, um den ungeliebten Kapitän Gluschakow zu attackieren. Unglaublich.

Ganz nah war das 1:1 bei einem schönen Konter, aber Schwab schoss zu schwach (77.). In Minute 80 war es so weit. Eine Schobesberger-Ecke köpfelte Mert Müldür ins lange Eck – 1:1.

Rapid blieb aktiv – und hatte die perfekten Joker. Schwab setzte sich durch und spielte einen Traumpass auf Schobesberger. In ungewohnter Position als Mittelstürmer war er zu schnell für Tormann Rebrow: Heber, Tor – 1:2 (91.).

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