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Sport | Fußball
05/06/2019

Siebente Bilanz einer Trennung: Rapid beweist Standfestigkeit

Was fiel in der siebenten Play-off-Runde der Bundesliga positiv auf? Was blieb hingegen negativ in Erinnerung?

Der KURIER lässt auch die siebente Runde der Meister- und der Qualifikationsgruppe Revue passieren ...

+ Hannes Wolf: Dass just jener Spieler jenes entscheidende Tor erzielt hat, welches den Salzburgern den zehnten Meistertitel der Ära Red Bull frühzeitig bescherte, der zuletzt massiv von den Fans wegen seines Wechsels nach Leipzig gemobbt wurde, ist irgendwie typisch für die Erfolgsära unter Trainer Marco Rose. Der Deutsche vertraute immer seinen Spielern, auch wenn die, wie der Steirer zuletzt, ihrer Form nachgelaufen sind. Auch dafür wurde der scheidende Meistercoach belohnt.

 

+ LASK-Punktlandung: Nicht nur der Meister steht seit Sonntag fest, sondern auch der Vizemeister. Mit einem 3:0 gegen den Dritten WAC fixierte der LASK Platz zwei hinter Salzburg mit einer perfekten Punktlandung. Ob sich das auch finanziell auszahlen wird, ist noch offen. Während nämlich der dritte Rang die Millioneneinnahmen aus der fixen Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase garantiert, ist das beim Zweiten noch nicht fix. Das hängt davon ab, wer Europa-League-Sieger wird.

+ Rapid-Standfestigkeit: Es ist nicht das erste Mal in der vergangenen 30 Jahren, dass in einem Duell zwischen Admira und Rapid in der Südstadt ein 0:3 in ein 3:3 verwandelt wurde, aber erstmals war am Ende Rapid der Sieger. 1992 gewann die Admira nach einem 0:3-Rückstand noch 4:3, 2011 nach einer 3:0-Führung doch noch 4:3. Vor acht Jahren hieß der Trainer der Südstädter übrigens Didi Kühbauer, der 1992 als Rapid-Spieler den Vorsprung verspielte, nachdem er kurz zuvor von der Admira nach Hütteldorf gewechselt war. Am Samstag durfte sich der Burgenländer über einen 4:3-Sieg seiner Rapid-Elf freuen, obwohl diese eine 3:0-Führung verspielt hatte. „Wenn wir heute den Sieg hergeschenkt hätten, wäre ich schon sehr sauer gewesen“, meinte der Coach nach dem Krimi.

+ Innsbrucker Lebenszeichen: „Sierra Madre“,  so etwas wie die heimliche Wacker-Vereinshymne aus dem Munde der  Zillertaler Schürzenjäger, wurde in der Vergangenheit bei Tiroler Meisterfeiern und nach großen Siegen gespielt. Dass im Tivolistadion nun dieses Lied zu hören war, unterstreicht, welche Bedeutung für Wacker das 1:0 im Abstiegskrimi gegen Hartberg hatte. Nach dem ersten Heimsieg in diesem Jahr, wurde aus dem Abstiegsduell nun ein Dreikampf gegen den tiefen Fall in der 2. Divsion. Denn nun ist auch die Admira wieder mittendrin statt nur dabei.

- Ranko Popovic: Der Trainer des SKN St. Pölten hat sich in der österreichischen Schiedsrichterszene schon den Ruf des Ewig-Nörgelnden erarbeitet, obwohl er ja erst etwas mehr als ein halbes Jahr in der Bundesliga arbeitet. Bei der Heimniederlage gegen Sturm wurde er von Schiedsrichter Muckenhammer schon nach 100 Sekunden auf die Tribüne geschickt. „Ich habe nur gefragt, ob das sein Ziel ist“, meinte der Ex-Sturm-Spieler danach. Wenn dem wirklich so war, wird die Strafe, die er bekommen wird, nicht so wirklich hoch sein.

 

- Admiras Rapid-Bilanz: Die Zeiten, als die Südstädter ein Angstgegner der Hütteldorfer waren, sind endgültig vorbei. In dieser Saison setzte es für die Admira vier Niederlagen. Sollte man noch absteigen, was seit diesem Wochenende wieder alles andere als ausgeschlossen ist, dann haben die Spiele gegen Rapid ihren Beitrag dazu geleistet. Denn die Hartberger konnten gegen die Wiener von zwölf möglichen Punkten sieben Zähler mehr als die Admira holen.

- Hartberger Absturz: Der Überraschungssieg bei Rapid scheint doch nur eine Eintagsfliege gewesen zu sein. Drei Runden vor Saisonende und nach dem 0:1 im Abstiegskrimi bei Wacker Innsbruck sind die Oststeirer nun endgültig am Tabellenende angelangt. "Wir haben jetzt drei Endspiele", weiß Trainer Markus Schopp, dessen Mannschaft noch auf Mattersburg, Altach und die Admira trifft.

- Mattersburger Ungefährlichkeit: Nach dem 1:1 gegen die Admira gab es mit dem 0:0 gegen Altach für die Burgenländer die nächste Enttäuschung im heimischen Pappelstadion. "Uns ist gegen zwei tiefstehende Viererketten sehr wenig eingefallen", meinte Trainer Klaus Schmidt nach dem Remis am Samstag, mit dem die Vorarlberger aber wenigstens auf Distanz gehalten werden konnten. Platz 8 - und damit die Teilnahme am Europa-League-Play-off - scheint abgesichert zu sein, allerdings wurde Boden auf den Siebenten Rapid verloren. Deshalb droht am 28. Mai in der ersten Play-off-Partie ein Auswärtsspiel in Hütteldorf.