Schmidt: "Ich werde mir Gedanken machen. Und so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen."

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Bundesliga
04/14/2014

Roger Schmidt: Seelenstrip eines Zerrissenen

Der Salzburg-Trainer will seine Zukunft zeitnah entscheiden.

von Stephan Blumenschein

Er musste nicht einmal besonders tief sein, der Blick in die Augen von Roger Schmidt, um zu bemerken, dass sich der Deutsche in seiner Haut derzeit nicht besonders wohl fĂŒhlt. "Das hat man davon, wenn man Journalisten eine ehrliche Antwort gibt", meinte der Salzburg-Trainer, als ihm vor dem Samstagsspiel gegen Sturm vom TV-Sender Sky eine Frage nach der anderen zu seiner beruflichen Zukunft gestellt wurde.

In der Pressekonferenz nach dem 1:2 gegen die Grazer war das Spiel nicht einmal ein Randthema. Fragen gab es nur zur Causa Prima. Dass Schmidt diese beantwortete, lag vielleicht auch daran, dass diese von einem extra angereisten Bild-Journalisten gestellt wurden. Denn wer will es sich schon mit dem mÀchtigsten deutschen Boulevardblatt verscherzen, wenn die berufliche Zukunft womöglich in der Deutschen Bundesliga liegt?

Also erzÀhlte Schmidt, dass er "nicht herumeiern" wollte, sondern es so gesagt habe, wie es ist. "Ich werde mir Gedanken machen. Und so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen. Dann werden wir sehen, was passiert. Dazu habe ich alles bereits gesagt, was zu diesem Thema zu sagen ist am Donnerstag in der Pressekonferenz. Und dabei will ich es auch gut bleiben lassen."

Ganz so war dem freilich nicht. Denn danach sprach der 47-JĂ€hrige erstmals darĂŒber, was seine Entscheidung, ob er nun in Salzburg bleiben oder nach Deutschland zurĂŒckkehren wird, beeinflusst. "FĂŒr mich spielen viele GrĂŒnde eine Rolle, private, persönliche. Es gibt ganz viele Sachen", sagte Schmidt, der aber auch wieder erklĂ€rte: "Ich habe meinen Vertrag aus großer Überzeugung hier im Winter verlĂ€ngert. Aber wenn es außergewöhnliche Möglichkeiten gibt fĂŒr mich, dann ist es, glaube ich, okay, wenn ich darĂŒber nachdenke. Dann muss ich das Ganze zusammenpacken und eine Entscheidung fĂ€llen."

Das Sportliche ist jedenfalls nicht primĂ€r. "Es ist nicht nur ein Grund, etwa eine andere Liga oder ein anderer Wettbewerb, sondern das Gesamtkonstrukt muss passen. Ich habe nicht geglaubt, dass ich mir jetzt darĂŒber Gedanken machen muss. Aber es ist halt so gekommen. Und das mache ich jetzt."

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