Sport | Fußball
05.12.2011

Revolte: Spieler wählten Trainer ab

Mario Been blieb trotz eines 0:10 Feyenoord-Coach, wurde im Sommer aber von seinen Kickern demontiert.

Mario Been ist Rotterdamer durch und durch. Der 47-Jährige ist dort geboren, hat dort mit dem Fußball begonnen und war zuletzt bei seinem Herzensklub Feyenoord Trainer.

Mario Been war als Spieler keine ganz große Nummer. Immerhin zwei Jahre lange verschlug es ihn nach Italien, wo er bei Pisa in der Serie A spielte. Immerhin durfte er einmal den Dress der niederländischen Nationalmannschaft tragen, 1984 gegen Österreich wurde er eingewechselt.

Nach zwei Jahren in seiner Heimat Niederlande verschlug es Been nach Österreich. Ein Jahr lang kickte er bei Innsbruck (1992/1993). Allerdings glücklos. Eine schwere Knieverletzung behinderte den technisch versierten Mittelfeldspieler immer wieder. In der Mannschaft aber war Been allseits beliebt, er ist ja auch ein echter Spaßvogel. Das sonnige Gemüt ist auch in seiner Heimat beliebt, tauchte auch in TV-Spots auf.

Nur zwei Jahre nach seinem Abschied aus Tirol beendete Been mit 31 Jahren seine aktive Karriere und wechselte in die Trainerbranche. Über den Nachwuchs arbeitete er sich hoch in die Assistentenrolle bei Feyenoord. 2002 saß er neben dem jetzigen niederländischen Teamchef Bert van Marwijk auf der Bank, als Feyenoord im Finale des UEFA-Cups die Dortmunder schlug.

Höchste Niederlage

Mit van Marwijk verließ er 2004 den Klub und wurde beim Stadtrivalen Excelsior Cheftrainer. Ab 2006 coachte er Nijmegen und wurde 2009 zu seinem Stammklub zurückgeholt. Allerdings in einer Zeit, in der sich der Traditionsklub in finanzieller Schieflage befand. Been verzichtete auf teure Stars, forcierte die Talente aus dem eigenen Klub, wurde in seiner ersten Saison Vierter und schaffte in seiner zweiten einen Rekord.

Am 24. Oktober 2010 unterlag Feyenoord Rotterdam PSV Eindhoven mit 0:10. Die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte in der Eredivisie bedeutete damals den Absturz auf Platz 16 in der Liga. Aber sie bedeutet nicht das Ende der Ära Been. Der bot zwar seinen Rücktritt an, doch die Klubführung lehnte ab. Der sportliche Leiter stand hinter ihm - Leo Beenhakker, dem Been 2006 bei der Weltmeisterschaft in Deutschland als Teamchef von Trinidad assistierte.

Abgang

Doch in dieser Sommerpause kam das Aus bei Feyenoord. Been hatte als Trainer wohl ein 0:10 überlebt, nicht aber einen Aufstand der Spieler. 20 von 23 Kickern sprachen sich gegen den Trainer aus. Nachdem ihm der Kapitän das Votum mitgeteilt hatte, trat Been trotz eines Vertrags bis 2012 sofort von seinem Posten zurück.