Salzburg-Trainer Peter Zeidler war zuletzt nicht zufrieden.

© APA/HERBERT NEUBAUER

Salzburg
12/01/2015

Red Bull Salzburg: Durchschnittlich Spitze

Der schwächelnde Titelverteidiger steht vor der Herbstmeisterschaft. Ein Heimsieg gegen den WAC reicht.

von Stephan Blumenschein

Nur ein einziges Spiel hat Salzburg in den vergangenen vier Runden gewonnen. Trotzdem ist der Titelverteidiger seit dem Wochenende erstmals seit einem Monat wieder Tabellenführer – auch das ist Bundesliga-Realität im kuriosen Herbst 2015.

Und es kommt noch besser: Mit einem Sieg im heutigen Heimspiel gegen Schlusslicht Wolfsberg (19 Uhr, live Sky Sport Austria) könnte Salzburg zum dritten Mal in Serie den Herbstmeistertitel fixieren, dank der klar besseren Tordifferenz im Vergleich zu den punktegleichen Austrianern.

Überholmanöver

Ein 1:1 im Lokalderby in Grödig reichte also, um die Wiener von Platz eins zu verdrängen, weil sich die Austrianer im Rieder Regen kräftig "anschütteten".

Glücklich war in Salzburg mit dem Remis niemand, den eigenen Ansprüchen genügte die eigene Leistung nicht. "Es waren beide Halbzeiten schlecht. Es war nicht schön anzusehen", meinte Verteidiger Martin Hinteregger, der momentan leistungsmäßig ein Schatten seiner selbst ist.

32 Punkte haben die Salzburger in den ersten 17 Runden geholt – im Red-Bull-internen-Vergleich eine durchschnittliche Ausbeute. Sechs Saisonen hatte man zu diesem Zeitpunkt seit der Übernahme durch den Getränkekonzern mehr Punkte auf dem Konto, vier Saisonen seit dem Jahr 2005 weniger (siehe unten).

Erinnerung

Eine Weiterentwicklung ist kaum zu sehen, Stagnation schon eher. Viele fühlen sich gar an die Saison 2011/’12 erinnert, als der immer umstrittene Niederländer Ricardo Moniz Salzburg-Trainer war. Der Punktevergleich hält nicht. Vor vier Jahren hatten die Salzburger nach 17 Runden acht Punkte weniger als in dieser Saison. Statt Tabellenführer war man nur Fünfter. Trotzdem reichte es schlussendlich zum Meistertitel und sogar zum ersten Double der Salzburger Klubgeschichte.

Parallelitäten gibt es aber durchaus. Damals wie heute war Red Bull extrem von überragenden Einzelkönnern abhängig. 2011/’12 hießen die Leonardo und Jakob Jantscher, heute Jonatan Soriano und Naby Keita. Letzterer fehlte beim Remis in Grödig – an allen Ecken und Enden. Heute soll der Mittelfeldmotor, den die Zähne schmerzten, wieder dabei sein: "Naby Keita ist sehr wichtig für unser Spiel", weiß auch Salzburg-Coach Peter Zeidler.

Dessen Startelf war in Grödig im Durchschnitt 26,5 Jahre alt, kein einziger U-20-Spieler war darunter. Eine ähnlich alte Mannschaft bot bei Red Bull zuletzt Moniz auf. Zeidler hat den Stamm gefunden. In diesem fehlen aber ganz Junge wie Atanga oder Oberlin, die zu Saisonbeginn im Einsatz waren, zuletzt aber nur mehr bei Liefering spielten.

Heimkehrer

Mit Wolfsberg kommt Salzburgs Jahrhundert-Fußballer Heimo Pfeifenberger in die Red-Bull-Arena. Der 48-Jährige feierte ein erfolgreiches Debüt als WAC-Trainer – mit einem 4:0 gegen Admira und damit gegen jenen Klub, gegen den er als Coach die mit Abstand meisten Punkte geholt hat (36 in 19 Spielen).

Nun folgt ein Duell mit jener Mannschaft, gegen die er als Trainer die mit Abstand wenigsten Punkte geholt hat – nämlich nur einen in zehn Spielen. Mit Wr. Neustadt verlor Pfeifenberger zuletzt neun Mal in Serie gegen Salzburg (Torverhältnis: 5:44).

Salzburg nach der 17. Runde in der Ära Red Bull

2015/’16: 32 Punkte (Platz 1)
2014/’15: 35 Punkte (Platz 1)
2013/’14: 37 Punkte (Platz 1)
2012/’13: 36 Punkte (Platz 2)
2011/’12: 24 Punkte (Platz 5)
2010/’11: 29 Punkte (Platz 3)
2009/’10: 35 Punkte (Platz 2)
2008/’09: 37 Punkte (Platz 1)
2007/’08: 28 Punkte (Platz 4)
2006/’07: 34 Punkte (Platz 1)
2005/’06: 31 Punkte (Platz 1)

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