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Sport Fußball
08/06/2019

Rassismus-Skandal: Zenit-Ultras gegen "dunkelhäutige Spieler"

Der Brasilianer Malcolm war erst kürzlich zu Zenit St. Petersburg gewechselt. Zum Unmut mancher Fans.

Erst vor wenigen Tagen war der Wechsel von Barcelona-Stürmer Malcolm zu Zenit St. Petersburg offiziell gemacht worden. Nach nur einem Jahr in Spanien kehrte der Brasilianer den Katalanen den Rücken und unterschrieb in Russland einen Fünfjahres-Vertrag. Doch der Transfer kam nicht bei allen im Umfeld des russischen Meisters gut an.

So sorgten die Zenit-Ultras beim Debüt des 22-Jährigen für seinen neuen Klub am vergangenen Wochenende für einen Eklat. Als Malcolm im Spiel gegen Krasnodar nach 71 Minuten eingewechselt wurde, hielten die Fans ein Plakat mit der ironischen Aufschrift "Danke Klub-Führung für die Loyalität zu Traditionen" hoch.

Die Fan-Gruppierung "Landskrona" ist kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 2012 hatten die Anhänger eine Petition gestartet, um die Verpflichtung von dunkelhäutigen Spielern zu verhindern. Auf der Webseite der Gruppierung heißt es in einem "Manifest": "Wir sind nicht rassistisch. Für uns ist der Verzicht auf dunkelhäutige Spieler nur eine wichtige Tradition, die die Identität des Vereins betont und nichts weiter."

"Falsch dargestellt"

Der Klub selbst reagierte am Montag auf die Reaktionen und Berichterstattung rund um die eigene Fanszene. Demnach sei das Statement der Fans "falsch dargestellt" worden: "Zenit hat eine lange Tradition, die besten Spieler der ganzen Welt einzuladen. Unabhängig von ihrer Ethnik oder Nationalität", heißt es in der Reaktion des Klubs.