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Rapid-Präsidentenwahl
11/18/2013

92 Prozent Ja für Michael Krammer

Die Hütteldorfer haben einen neuen Präsidenten und ehren Rudolf Edlinger.

von Alexander Huber

Farbenfroh präsentierte sich Rapid Montagabend. Rudolf Edlinger stieg nahe seiner Wohnung in die U3 und fuhr mit der orangen Linie direkt bis zum Gasometer, um sein Amt an den Ex-„Orange“-Boss Michael Krammer zu übergeben. Dass damit ein politisch Roter beim „Arbeiterverein“ an einen Schwarzen übergibt, war bei der Hauptversammlung kein großes Thema vor rund 1300 wahlberechtigten Mitgliedern. Denn es ging rund vier Stunden lang nur um die Zukunft der „Grünen“.

Krammer wurde mit 92 Prozent Zustimmung zum Nachfolger von Edlinger gewählt. Warum das Wahlkomitee nicht für ein neues Führungsteam Kirisits & Krankl eintrat, erklärte dessen Vorsitzender Kurt Dolinek: „Wir haben die Latte an Ansprüchen hoch gelegt. Erst bei Krammer trauen wir uns, die Hand für sein Bemühen um eine erfolgreiche Zukunft ins Feuer zu legen.“ Und direkt an Krankls Kritik gerichtet: „Wenn einer sagt, jene, die bei Rapid entscheiden, sind wertlose, böse Menschen – dann sage ich: Vielleicht bin ich wertlos, aber ich habe mir den Arsch aufgerissen.“

Feuchte Augen

Bevor Krammer seine sieben Projekte vorstellte, hatte Edlinger einen emotionalen Abschied. Erstmals verriet er den Schuldenstand beim Amtsantritt 2001 (70 Millionen Schilling) und erklärte: „Ja, unsere Strategie war riskant. Ich habe mich selbst gewundert, als ich anfangs als Sparefroh galt.“ Edlinger übergibt mit einem negativen Eigenkapital von 1,5 Millionen Euro und umfassendem Lob für seinen Einsatz. Standing Ovations führten zu feuchten Augen beim Ex-Finanzminister.

Anschließend wechselte Krammers Präsentation zwischen Tradition, Emotion, der versprochenen Innovation und etwas Kritik an der verstaubten Vereinsführung sowie dem ausbaufähigen öffentlichen Auftritt. Für große Augen sorgte Krammer mit seinen Zielen: Bis 2019 will der Ex-Offizier unter die Top 50 Europas und ein neues Stadion in Hütteldorf eröffnen. Bereits bis Ende 2015 soll es 10.000 neue Mitglieder geben und ein ausgeglichenes Budget ohne Extras aus Europacup oder Transfererlösen (darauf fehlen aktuell 2,4 Millionen Euro pro Saison). „Ich nehme das Risiko, nicht alles zu schaffen, in Kauf, rede aber trotzdem darüber, weil ich für Transparenz stehe.“

Gelobt wurde die Arbeit der Mitglieder-Initiativen. Während Edlingers Ära für das Bewahren stand, verspricht Krammer Aufbruch.

Auf und Ab in der Ära Edlinger:

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