Rapid kämpfte sich mit viel Einsatz zu einem späten Punkt.

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Europa League
11/03/2016

Rapid holt in Italien Last-Minute-Punkt

In den Schlussminuten holten die Hütteldorfer einen 0:2-Rückstand auf.

von Alexander Huber

Ein sensationelles Finish bringt Rapid bei Sassuolo einen Punkt, der die Hoffnung auf ein Ticket ins Europacup-Frühjahr wachsen lässt. Zwei Abstaubertore der Joker Matej Jelic und Giorgi Kvilitaia drehen mit dem 2:2 auch das direkte Duell gegen die Italiener für die Grünen.

Dabei war Rapid in Rot-Weiß eingelaufen – und mit einem Debütanten: Manuel Thurnwald, seit 13 Jahren beim Verein, seit Jänner bei Rapid II, seit Juli 18 Jahre jung und nach einer Handvoll Trainingseinheiten mit den Profis. Der U-19-Teamspieler ersetzte als rechter Verteidiger Pavelic, der am Sonntag gegen den WAC fit sein will.

Sassuolo mit Systemumstellung

Deshalb durfte Schrammel auf der gewohnten linken Seite bleiben, Wöber muss weiter zusehen. Neben seiner mutigen Entscheidung setzte Trainer Mike Büskens auf die Rückkehr zum 4-2-3-1 mit der Offensive vom 1:1.

Ganz anders präsentierte sich Sassuolo. Das 4-3-3 wurde nach Verletzungen durch ein vorsichtigeres 3-5-2 ersetzt. Die anfänglichen Schwierigkeiten hätten die Gäste bei Heimspiel-Stimmung mit 2000 Rapidlern nutzen müssen: Nach perfekter Thurnwald-Flanke köpfelte Joelinton daneben (11.).

Für Sassuolo war anfangs Schiedsrichter Pawson der Buhmann. Das 1:0 aus dem ersten Angriff wurde wegen Foul annulliert (3.), bei einem Zweikampf von Mocinic mit Matri verzichtete der Engländer auf den möglichen Elfmeterpfiff (25.). Dafür präsentierten sich die Italiener höchst effizient. Nach perfektem Pass an Thurnwald vorbei auf Defrel verwertete der Stürmer den ersten Torschuss trocken (34.).

Spätes Comeback

Plötzlich drehte der Favorit auf, Rapid kassierte Sekunden vor der Pause unglücklich das 0:2. Ein Freistoß von Pellegrini wurde durch Ragusa unhaltbar abgefälscht. Der nächste Pellegrini-Freistoß brachte fast das 3:0. Strebinger hielt stark, so wie den Nachschuss von Adjapong (51.).

Büskens brachte Jelic und Kvilitaia. Vorerst ohne Erfolg. Doch nach einem Freistoß staubte Jelic ab (86.). Die müden Rapidler warfen alles nach vorne und wurden durch den überragenden Kvilitaia belohnt. Der Georgier traf nach einem abgewehrten Traustason-Schuss (89.).

Im Parallelspiel der Gruppe F drehte ein Mann so richtig auf: Ariz Aduriz erzielte beim 5:3-Schützenfest von Athletic Bilbao gegen KRC Genk alle fünf Tore seineer Mannschaft, davon drei aus Elfmetern (8., 24./E, 44./E, 74., 90.+4/E). Genk kam durch Tore von Bailey (28.), Ndidi (51.) und Susic (80.) jeweils zum Anschluss, nicht aber zum Ausgleich.

Sassuolo 2:2 Rapid

Reggio Emilia, Stadio Città del Tricolore, SR Pawson

Tor: 1:0 Defrel (34.), 2:0 Ragusa (45.+3), 2:1 Jelic (85.), 2:2 Kvilitaia (90.)

Sassuolo: Consigli - Lirola, Gazzola, Acerbi, Peluso, Adjapong - Pellegrini - Biondini, Ragusa (81. Ricci) - Defrel (90. Franchini), Matri (64. Politano)

Rapid: Strebinger - Thurnwald, Sonnleitner, M. Hofmann, Schrammel - Grahovac, Mocinic (85. Szanto) - Schaub, Murg (61. Jelic), Traustason - Joelinton (61. Kvilitaia)

Gelbe Karte: Gazzola (26.), Matri (28.), Defrel (35.), Ragusa (63.), Peluso (85.) bzw. Schaub (39.), Sonnleitner (45.), Mocinic (60.), Kvilitaia (90.)

Büskens: "Es ist noch alles möglich"

Mike Büskens (Rapid-Trainer): "Ich denke, dass die Zuschauer einen sehr interessanten Vergleich gesehen haben, mit einer Anfangsphase, in der wir uns sehr gut präsentiert haben. Wir haben in der ersten halben Stunde wenig zugelassen. Beim 0:1 haben wir ihnen durch einen kurzen Moment der Passivität den Platz gegeben, den sie gebraucht haben. In der Nachspielzeit haben wir ein zweites Tor durch die Mauer kassiert, das war bitter, weil es nicht ganz dem Spielverlauf entsprochen hat. Durch die zwei eingewechselten Spieler haben wir uns letztendlich mit dem Ausgleich dafür belohnt, dass wir den Kopf immer oben gehalten haben. Wir sind jetzt im direkten Vergleich mit Sassuolo vorne, brauchen aber trotzdem weiter Punkte. Es ist noch alles möglich "

Zum Debüt von Manuel Thurnwald: "Das Seepferdchen hat er sich verdient, er hat es wirklich gut gemacht."

Eusebio di Francesco (Sassuolo-Trainer): "Der Endstand ist enttäuschend, aber die Leistung war sehr gut. Die Spieler haben alles gegeben, ich kann ihnen nichts vorwerfen, sie waren sehr resolut. Die Mannschaft hat gut und effektiv gespielt. Rapid hat am Ende mehr Risiko genommen, zweimal aufs Tor geschossen und daraus zwei Tore erzielt. Es ist daher sehr schade und bitter, dass wir nicht gewonnen haben. Das ist uns jetzt leider schon mehrere Male passiert. Aufgrund der Verletzungsproblematik haben uns die Alternativen auf der Bank gefehlt. Wir haben gerade Schwierigkeiten."