Rapid-Trainer Didi Kühbauer bei der Arbeit

© EPA/CHRISTIAN BRUNA

Sport Fußball
08/26/2020

Rapids heißer Start in eine besondere Saison mit vielen Fragen

Champions-League-Quali: Rapid kämpft gegen Corona und um rettende Millionen. In Zagreb wartet mit Lok ein Gegner im Umbruch.

von Alexander Huber

„Der Europacup ist das Schönste für einen Fußballer.“ Oft gehört ist dieser Satz, den Max Hofmann vor dem Abflug nach Zagreb ausgesprochen hat. Doch vor der Champions-League-Quali gegen Lok klingt es komisch.

Rapid startet um 19 Uhr in eine Saison, die von Beginn an durch das Coronavirus beeinträchtigt ist. Der Kampf gegen Covid-19 hat beinahe mehr Zeit in Anspruch genommen als der kroatische Gegner. Fest steht: Es geht heute um sehr, sehr viel.

Warum ist das Spiel für Rapid so wichtig?

Während der Liga-Dritte WAC in Ruhe mit den Millionen der am 22. Oktober beginnenden Gruppenphase der Europa League planen kann, könnte der Vizemeister noch zwischen allen Stühlen landen. Auf eine Niederlage gegen Lok würden weitere Entscheidungsspiele um die Europa League (3. Runde und Play-off) folgen. Mit einem Sieg in Kroatiens Hauptstadt wäre freilich die Teilnahme an einer Gruppenphase fixiert und der Traum vom (extrem lukrativen) Einzug in die Königsklasse weiter am Leben.

Als der von der Corona-Krise am stärksten betroffene Verein Österreichs würde Rapid die Europacup-Millionen so dringend wie seit 2012 nicht mehr benötigen. Damals zitterten die Wiener gegen Novi Sad und Saloniki – mit Erfolg.

Was erwartet Rapid im heißen Zagreb?

Eine ungewohnte Situation: Ein Geisterspiel im alten, kleinen Stadion von Lok, passenderweise neben dem Bahnhof.

Das erste Duell mit dem Satellitenklub von Dinamo Zagreb und ein mögliches Elfmeterschießen. Trainer Didi Kühbauer lässt dem Gegner so viele Fragen wie möglich offen. Vom System bis zur Zusammensetzung des Angriffs: Mit dem in der Vorbereitung sehr starken Kara und Fountas dahinter, oder doch mit dem griechischen Goalgetter ganz vorne?

Wie gut ist Lok?
„Beim 1:0 gegen das Spitzenteam Rijeka hat Lok das wahre Gesicht gezeigt. Daran müssen wir uns orientieren“, sagt Kühbauer. Denn beim 0:6 gegen Dinamo zum Ligastart hatte der Vizemeister wegen Corona und den vielen Transfers „noch Probleme, elf Mann aufs Feld zu schicken“, wie Kapitän und Abwehrchef Kolinger dem KURIER erzählt.

Zu erwarten ist rund um Kolinger ein defensiv eingestelltes Team, das mit weiten Bällen schnell in die Spitze spielt. „Die Spielweise wird von uns abhängen“, meint Kühbauer, der in der Vorbereitung im 4-2-3-1 wieder dominanter spielen ließ als zuvor im Meister-Play-off.

Ist Corona ein zusätzlicher Gegner?

Bereits zwei Klubs sind wegen Quarantäne-Bestimmungen nach positiven Tests aus der Champions League ausgeschlossen worden: Slovan Bratislava und Drita (Kosovo). Damit ja nichts passieren kann, hat Rapid am Tag nach dem UEFA-Check noch eigene Testungen durchgeführt und im Hotel Hilton von Zagreb ein abgeschottetes Stockwerk angemietet.

„Dass wir nicht einmal durch die Stadt spazieren dürfen, ist schon eigenartig. Aber wir sind bis jetzt mit der Pandemie gut umgegangen, das gehört halt dazu“, sagt Max Hofmann.

Größere Probleme hat Lok nach fünf positiven Fällen und der Heimquarantäne für vier Stammspieler.

Wie geht es nach dem Millionen-Spiel weiter?

Der internationale Transfermarkt läuft gerade an – wie der Weissman-Transfer von Wolfsberg nach Valladolid (Spanien) zeigt. Auch Rapid wird bis zum Transfer-Stopp am 5. Oktober Spieler verkaufen. Wenn gegen Lok die UEFA-Millionen fixiert würden, kann danach härter verhandelt, mehr lukriert und auch über Zugänge nachgedacht werden.

Nach vielen Scouting-Touren war Anfang März der Einkaufsplan für den Sommer beinahe fertig. Aber dann kam Corona.

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