Kein Rapid-Elfmeter? Katzer: "Dann brauchen wir den VAR gar nicht"
Schiedsrichter Ciochirca beim VAR-Check in Altach
Nach einem Monat in Österreich hat sich Johannes Hoff Thorup zum ersten Mal klar über die heimischen Schiedsrichter der Bundesliga geäußert.
Der Rapid-Trainer ärgerte sich nach dem 1:1 in Altach über den nicht gegebenen Elfmeter an Nikolaus Wurmbrand nach einer Ringereinlage von Altach-Goalie Stojanovic (15.).
"Klarster Elfmeter der Saison"
„Das war der klarste Elfmeter der Saison. Ich war sehr überrascht, dass es nach dem VAR-Hinweis nicht die Entscheidung zum Elfmeter gegeben hat“, sagte Hoff Thorup, der sich davor schon mehrmals gewundert hatte.
Etwa über eine mögliche gelb-rote Karte gegen Diabate vom WAC noch während der ersten Hälfte nach einem Foul an Grgic.
Oder über die Abseitslinie beim vermeintlichen 1:1 gegen Hartberg mit Seidls Zehenspitze in der Entstehung des (vom VAR aberkannten) Tors.
Am ehesten Verständnis bringt der 37-Jährige für den nicht gegebenen Elfmeter gegen den WAC nach nur zwei Minuten und einem Diabate-Check an Wurmbrand auf: „Das kann man argumentieren. Aber die spätere Linie des Schiedsrichters hat nicht zu dieser Auslegung gepasst.“
"Viele Störfälle in wenigen Spielen"
Insgesamt meint Hoff Thorup: „Das sind jetzt schon viele Störfälle in wenigen Spielen. Das ist nicht gut und nicht verständlich.“
Rapid-Sportchef Markus Katzer, der sich in über drei Jahren im Amt selten über Schiedsrichter-Entscheidungen beschwert hat, wird im KURIER-Gespräch deutlich: „Das ist sehr, sehr verwunderlich. Stojanovic hat ja nicht gestoßen, wie es bei Eckbällen öfters vorkommt. Er hat Wurmbrand mit einem Judo-Griff umgerissen.“
Rapid-Sportchef Katzer
Foul von Wurmbrand?
Der Wiener schildert, wie Schiedsrichter Ciochirca in Vorarlberg argumentiert hat: „Er hat ein Foul von Niki gesehen. Okay, Fehler passieren. Ich habe auch größtes Verständnis für den schwierigen Job der Schiedsrichter. Aber genau dafür haben wir ja den VAR eingeführt.“
Tatsächlich schickte VAR Kijas den Referee zum Bildschirm. Doch der Hoffnungsträger von Schiedsrichter-Boss Kassai für eine Teilnahme eines österreichischen Unparteiischen an einem großen Turnier blieb bei seiner Meinung.
„Und das ist dann der Wahnsinn. Dann brauchen wir den VAR gar nicht und spielen lieber wie früher mit den üblichen Fehlern“, schimpft Katzer.
VAR-Trilogie mit Rapid
Der 46-Jährige erinnert an eine besondere VAR-Trilogie mit Rapid in dieser Saison.
„Beim Spiel in Graz schickt der VAR Schiedsrichter Lechner zu einem Check, zeigt ihm nicht alle relevanten Bilder und überredet den Referee zu einem falschen Elfer.“
Der VAR sollte dem Schiedsrichter helfen.
Der GAK glich in der Nachspielzeit vom Punkt zum 1:1 aus.
Beim Heimspiel gegen den GAK blockte Cvetkovic einen Schuss mit dem angelegten Arm. Katzer: „Der VAR hat es sich angesehen. Da gab es danach sogar eine Entschuldigung, dass der Elfer falsch war.“
Der GAK ging in Führung und siegte beim letzten Heimspiel von Ex-Trainer Stöger mit 2:1.
„Und jetzt die Ringereinlage in Altach. Wir haben selbst genug falsch gemacht, aber mit ordnungsgemäßen VAR-Entscheidungen wären wir sicher in der Meistergruppe“, meint Katzer.
Keine "Personen am Pranger"
Dass der Verein ein Ansuchen stellt, gewisse Schiedsrichter nicht mehr für Rapid-Spiele zu besetzen (es wäre ohnehin nur ein Wunsch, der nicht erfüllt werden muss), schließt Katzer aus: „Nein, wir wollen auch niemanden als Person an den Pranger stellen. Fehler gehören zum Schiedsrichterwesen. Aber so wie es jetzt läuft, ist es unverständlich.“
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