Rapid nach dem Derby: Vier Themen für ein heißes Saisonfinish
Ercan Kara mit dem perfekten Kopfball zum 1:1 für Rapid im Derby.
Ein verdienter Punkt durch den späten Ausgleich, aber auch nicht mehr. Bei Rapid gibt es nach dem 1:1 bei der Austria wenig Grund zur Freude, dafür hat das 349. Derby umso mehr Stoff geboten, der im Detail analysiert werden will.
Was wird für Rapid im Saisonfinish entscheidend sein?
1. Geschenke in Serie
Das hat es noch selten gegeben: Im dritten Spiel in Folge wurde dem Gegner direkt ein Tor serviert.
Gegen den LASK (4:2) konnte Raux-Yaos Pass auf Adeniran zum 0:1 sofort ausgeglichen werden. Gegen Sturm (0:2) war Hedls Patzer zum Jatta-Treffer ein sichtbarer Bruch. Gegen die Austria hat Amanes Pass auf Boateng zum 0:1 die Rapidler (viel zu) lange beschäftigt.
Trainer Johannes Hoff Thorup kritisiert niemanden aus dem Trio direkt, betont aber: „Wir hätten den Punkt im Lernprozess, in dem solche Fehler passieren, eigentlich schon überschritten. Das muss aufhören.“
Die Austria führt gegen Rapid
Klar ist: Sollten diese Fehler mit Torfolge weitergehen, wird es keinen Rapid-Angriff mehr an die Spitze geben können.
2. Zu wenig Chancen
Rapid ist im Ballbesitz 2026 deutlich besser geworden, hat aber nicht mehr Chancen als im Herbst. Im Derby war es in der gefährlichen Spielfeld-Zone beinahe eine Solo-Vorstellung von Bendeguz Bolla, der entweder abgeschlossen oder wie beim Ausgleich durch Ercan Karas Kopfball (perfekt) vorgelegt hat.
Der Torschütze ist überzeugt: „Der Coach lässt uns so detailliert trainieren, dass wir sicher auch gegen tiefe Verteidigungsblöcke noch gefährlicher werden.“
Hoff Thorup kündigt an, dass nach der vielen Zeit, die in den Spielaufbau und das Ballhalten investiert wurde, nun „das letzte Spielfelddrittel“ in den Fokus rückt: „Aus den vielen Angriffen werden zu selten echte Chancen. Wir brauchen bessere Lösungen.“
Das wird besonders im Doppelpack gegen Hartberg entscheidend sein: Die Steirer laden die Gegner in die eigene Hälfte ein, verteidigen dann aber umso kompakter.
3. Überforderung
Nach einer Stunde stellte Hoff Thorup mit dem Trio Kara, Antiste und Yusuf Demir auf ein offensives 3-1-4-2 um. Die Premiere ist schiefgegangen, Rapid verlor mit der Struktur auch die Dominanz.
Der selbstkritische Däne stimmte der KURIER-Frage zu, ob er die Spieler mit dem Systemwechsel überfordert hätte. „Ja, Seidl als Solosechser ist sich nicht ausgegangen.“ Das lag auch an der aufreizend laschen Vorstellung vom davor postierten Antiste. „Erst als Demir im Aufbau geholfen hat, waren wir wieder besser.“
Hoff Thorup wird daraus seine Schlüsse ziehen.
4. Nahe Rotation
Ab Sonntag warten in acht Tagen drei Partien in und zu Hause gegen Hartberg sowie gegen Salzburg.
Hoff Thorup wird in dieser Phase stärker rotieren und freut sich über Edeljoker Ercan Kara: „Erci ist bereit. Wir müssen nur das richtige Timing für ihn in der Startelf finden.“
Auch Yusuf Demir könnte noch im April zum ersten Mal seit 2022 in einer Rapid-Startelf stehen.
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