Austria-Talent gab im Derby ein emotionales Comeback
Das Wort Comeback kann er nicht mehr hören, künftig soll es mit seinem Namen auch nicht mehr in Zusammenhang gebracht werden. Florian Wustinger ist zurückgekommen, um zu bleiben. Drei Kreuzbandrisse sind genug des Schlechten, ab sofort gilt es fit zu bleiben.
Der 22-Jährige wurde von Trainer Stephan Helm im 349. Wiener Derby gegen Rapid in der 62. Minute eingewechselt. „Es war richtig geil. Wenn ich es mir aussuchen hätte können, dann genau so.“ Natürlich gerne garniert mit einem Sieg. Nach dem 1:1 war der Mittelfeldspieler das wohl glücklichste Veilchen. „Für mich war es unglaublich, daheim in einem Derby zurück zu kommen.“
Nervosität habe er nicht verspürt, nur Vorfreude. „Ich habe mich extrem gefreut und den Moment genossen.“ Nach Jahren des Leidensweges fühlt er sich nun fit. „Wenn ein Fußballer nicht Woche für Woche 90 Minuten spielt, ist er nie bei 100 Prozent. Aber ich bin schon sehr weit, der Körper hält, der Schädel hält.“ Das war nicht immer so.
Kurz hielt Wustinger inne, weil er den Tränen recht nahe war. „Es gab schon Tage, an denen ich nicht gewusst habe, ob das wieder wird“, gab er ehrlich zu Protokoll und ließ dabei den Emotionen ihren Lauf. Dieser unbändige Wille, auch nach dem dritten Kreuzbandriss wieder zurückkehren zu wollen, dann, wenn andere schon längst den Hut drauf gehaut und sich beruflich anderwertig umgeschaut hätten, das zeichnet den 22-Jährigen aus. Er dankt seinem Kollegen und Knie-Leidensgenossen Ziad El-Sheiwi. „Er hat mich rausgezogen an Tagen, an denen ich nicht wollte.“
Ein Beißer
Wer auch immer bei der Austria über Wustinger spricht, die Sätze fallen allesamt positiv aus. Kapitän Manfred Fischer ärgerte sich zwar über den Ausgleich Rapids, freute sich aber mit Wustinger. „Er ist ein super Bursch’, gibt niemals auf. Das zeichnet ihn aus.“ Trainer Stephan Helm streut dem Jungveilchen ebenfalls viele Rosen. „Er ist ein richtiger Qualitätsspieler, der ein überdurchschnittlicher Bundesligaspieler werden kann, wenn er fit bleibt. Er kann in dieser Mannschaft eine wichtige Rolle spielen.“
Helm bezeichnet Wustinger als intelligenten, smarten jungen Mann. Er hatte ihm einst versprochen, dass er wieder eine Chance erhalten würde. „Weil ich von seiner Qualität überzeugt bin. Er hat ein abgeklärtes Auftreten. Ich bin froh, dass er wieder da ist.“
Dennoch will man das Talent behutsam aufbauen, ihm zunächst immer mehr Spielminuten bei den Young Violets angedeihen lassen. Wustinger weiß das Vertrauen des Vereins zu schätzen. „Ich bin sehr dankbar dafür, weil es nicht normal ist. Das ist ein Vertrauensbeweis bis zum geht nicht mehr.“
Die jungen Veilchen blühen derzeit auf. Vasilije Markovic stand gegen Rapid ebenso in der Startformation wie Philipp Maybach, Sanel Saljic kam im Finish. Helm: „Wir wollen vermehrt den Kader mit Eigengewächsen besetzen. Allerdings muss die Balance stimmen.
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