Sport | Fußball
23.01.2012

Prödl: "Es geht mir dreckig"

Rüdes Foul: Der Österreicher brach sich das Nasenbein und den Kiefer, erlitt zudem eine Gehirnerschütterung.

Für Sebastian Prödl endete der Rückrunden-Auftakt in der deutschen Bundesliga mit einer schweren Verletzung. Der österreichische Innenverteidiger erlitt beim 0:0 seines Klubs Werder Bremen in Kaiserslautern neben einem Nasenbeinbruch auch eine Fraktur des Oberkiefers sowie eine Gehirnerschütterung. "Es ist traurig, dass er so schwer verletzt ist", sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs. Wie lange der Steirer ausfällt, ist derzeit nicht abzuschätzen. Prödl war in der 23. Minute beim Versuch, einen Abpraller im gegnerischen Strafraum per Kopf zu verwerten, von Kaiserslautern-Stürmer Dorge Kouemaha mit voller Wucht am Kopf getroffen worden - der "Blut-Tritt" (Bild) blieb von Schiedsrichter Robert Hartmann ungeahndet. Prödl musste die Nacht in einem Krankenhaus in Kaiserslautern verbringen und konnte erst am Sonntag die Heimreise antreten.Prödl hat sich am Sonntag über seine Homepage www.sebastianproedl.com für die Unterstützung durch Familie, Freunde und Fans bedankt. "Die Ärzte haben festgestellt, dass ich mir Nasenbein und Kiefer gebrochen habe, das Jochbein ist auch betroffen, dazu kommt noch eine Gehirnerschütterung. Es geht mir - ehrlich gesagt - dreckig", ließ der Steirer verlauten, zeigte sich aber optimistisch, "bald wieder zu alter Stärke" zurückzufinden.

Kritik am Schiedsrichter

Allofs ließ nach dem Spiel seiner Wut über den ausgebliebenen Referee-Pfiff freien Lauf. "Traurig bin ich aber auch darüber, dass eine solche Aktion nicht geahndet wird. Es ist für mich unverständlich, dass weder der Schiedsrichter noch sein Assistent das als elfmeterwürdig ansieht. Es geschehen schon seltsame Dinge." Schon zur Pause hatte Allofs dem Unparteiischen seinen Unmut kundgetan. "Wir haben in der Halbzeit darüber gesprochen. Er hat mir gesagt, er hätte es nicht gesehen. Aber dafür hat man dann einen Assistenten. Die zeigen sonst ja auch alle möglichen Dinge an. Es gab drei Leute im Stadion, die es nicht gesehen haben. Und die, die am Bierstand waren", sagte Allofs. Auch Trainer Thomas Schaaf ärgerte sich über Hartmann. "Es ist mir unverständlich, wie man so etwas nicht sehen kann", schimpfte der Coach. Auch die Bremer Profis waren angefressen. "Dem Schiedsrichter hat vielleicht die Unterstützung von der Linie gefehlt. Der Assistent muss das gesehen haben", erklärte Kapitän Clemens Fritz. Und Goalie Tim Wiese meinte: "Der Fuß war so hoch, das habe sogar ich gesehen." Prödls Ausfall zwingt Werder dazu, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. "Ich denke schon, dass wir uns jetzt Gedanken machen müssen", sagte Allofs. Denn mit Andreas Wolf steht ein anderer Innenverteidiger vor dem Absprung zu AS Monaco. "Am Montag werden wir etwas dazu sagen", kündigte der Geschäftsführer an.

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