Zwecklos? Prinz Al-Hussein fordert Machtmensch Blatter heraus.

© APA/EPA/JAMAL NASRALLAH

Fußball
01/10/2015

Ein Prinz soll den König stürzen

Der Jordanier Ali bin Al-Hussein tritt gegen Präsident Blatter an – und wird keine Chance haben.

von Harald Ottawa

Am 29. Mai in Zürich soll der Fußball auf neue Wege gebracht werden. Dann soll nämlich Joseph Blatter zum neuen FIFA-Präsident gewählt werden.
Freilich schwingt in diesen Zeilen Ironie mit. Aber auch die Wahrheit – der Schweizer, der am 10. März 79 wird (aber wesentlich älter wirkt), geht in eine neue Amtsperiode. Auch deshalb, weil es keine Gegenkandidaten gibt. Zumindest keine ernst zu nehmenden.
Der jordanische Prinz Ali bin Al-Hussein will den immer vergesslicher wirkenden Blatter stürzen. Das Problem: Der derzeitige Vize-Präsident der FIFA wird im Machtspiel gegen den übermächtigen Schweizer keine Chance haben – und selbst in Asien haben die Fußball-Präsidenten Blatter schon ihre Unterstützung zugesagt.
Trotzdem will Al-Hussein nicht aufgeben. „Die Botschaft, die ich immer wieder hörte, war: Es ist Zeit für einen Wandel.“ Er habe viel Arbeit vor sich, um die Unterstützung der Mehrheit der Nationalverbände weltweit zu gewinnen, sagte Al-Hussein am Samstag in Melbourne. Doch er wolle die kommenden Monate nutzen, um Einigkeit in der Fußballwelt herzustellen.
Die gab es in den vergangenen Jahren deshalb, weil man unliebsame Kameraden losgeworden sind. Michael Garcia zum Beispiel.
Der US-Aufdecker und Chefermittler hatte sich unbeliebt gemacht, weil er Mängel in einem Bericht über die WM-Vergaben 2018 (Russland) und 2022 (Katar) aufdecken wollte. Sein Kollege aus der Ethik-Kommission der FIFA, der Deutsche Joachim Eckert, hatte Garcias 350-seitigen Untersuchungsbericht zusammengestutzt und vor allem das Wesentliche weggelassen. Garcia hat das Handtuch geworfen. Und trotzdem will Garcia rehabilitieren und eine lückenlose Aufklärung.
Passiert ist freilich noch nichts.
Wird auch nichts, solange Blatter herrscht. Eines kann man Ali bin Al-Hussein nicht vorwerfen – als jordanischer Prinz wird er wohl nicht des Geldes wegen als Präsident kandidieren. Zumindest hat er aber eine weiße Weste. Als einer der wenigen Herren beim Weltverband.

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