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Sport Fußball
06/08/2021

Porridge bis Erdäpfelsuppe: Was den ÖFB-Stars aufgetischt wird

Die Gebrüder Grampelhuber sorgen für das leibliche Wohl der Kicker – dem KURIER verrieten sie, welche Schmankerl sie vor und während der EURO servieren.

von Alexander Strecha

Er ist der Teamkoch. Von den Spielern wird er „Picasso“ genannt. Das hat einen guten Grund und kam so:

Es war einmal ein Team-Lehrgang, da ließ ÖFB-Teamkoch Fritz Grampelhuber Suppen auftischen. Ohne vorher davon zu kosten, würzten die Spieler zu Grampelhubers Erstaunen die Speise mit Salz und Pfeffer nach. Der Koch wies daraufhin das Küchenpersonal des Hotels an, sämtliche Salz- und Pfefferstreuer von den Tischen zu entfernen. Auf die Nachfragen der verwunderten Kicker meinte der Koch trocken: „Wenn ihr vor einem Gemälde von Picasso steht, nehmt ihr dann den Pinsel zur Hand und verändert etwas?“

Gemeinsam mit seinem Bruder Tamino sorgt er für das leibliche Wohl der Spieler und Betreuer des A-Teams, künftig wird er auch das Frauen-Nationalteam bei den Auswärtsreisen verköstigen.

Start in Kolumbien

Begonnen hat der kulinarische Doppelpass mit der U-20-WM in Kolumbien im Jahr 2011, seit 2016 kochen die Grampelhubers, die im Salzkammergut am Hallstättersee den ausgezeichneten, weil preisgekrönten Steegwirt betreiben, die Teamkicker ein.

Die Vorbereitung auf diese EURO gestaltete sich auch für die Küchenchefs schwierig wie noch nie zuvor. „Der Aufwand war sehr groß mit täglichen Telefonaten mit den Quartieren in Seefeld, Bukarest, Amsterdam und auch in England“, erzählt Fritz Grampelhuber. Mit den Küchenchefs der jeweiligen Hotels musste man die Bestellungen abklären und die Menüs besprechen. „Weil wir Produkte wie beispielsweise Fisch nicht mitnehmen dürfen.“

Ein gelungenes Länderspiel geht mittlerweile auch durch den Magen. „Wenn wir nur ein Prozent zum Erfolg beitragen können, dann wäre das schon super.“ Nicht nur der Fußball hat sich verändert, auch die Essgewohnheiten der Spieler. „Sie interessieren sich sehr für die richtige Ernährung“, staunt der Oberösterreicher immer wieder aufs Neue. Nicht selten erhält er Kochvideos von Spielern mit der Bitte um Feedback und Tipps.

54 Schaumsuppen

Manche Kicker reisen auch mit Essenswünschen an. Fisch gibt es in verschiedenen Varianten, das Fleisch geschmort oder gebraten. Generell sorgen die Köche dafür, dass das Buffet alle Stückerl spielt. „Die Spieler können sich nach ihrem Geschmack etwas zusammenstellen.“

Zum Frühstück ist vor allem Porridge ein absoluter Renner. „Die Spieler wünschen sich generell ab und zu Hausmannskost, erhalten dann Krautfleckerl oder Rindsrouladen. Wir achten immer darauf, dass die erforderlichen Elemente dabei sind.“ Da am Abend vor einem Ländermatch Eiweiß zugeführt werden soll, können auch Eispalatschinken serviert werden. Unmittelbar nach dem Spiel gibt es in der Kabine Erdäpfelsuppe – das gibt Kraft.

Für die gesamte EURO haben die Grampelhubers 54 verschiedene Suppen zusammengestellt. „Es gibt keine Suppe zweimal.“

Es ist gewiss nicht alles Käse in Holland. Freilich zählt das Milchprodukt zu den Elementen, die die Küche ausmachen, aber die Niederländer können schon auch etwas anderes. Müssen sie auch, denn sie essen fünfmal am Tag. Im Normalfall wird gefrühstückt mit Brot mit süßen Belägen, am Vormittag gibt es zur zweiten Mahlzeit Kuchen zum Kaffee. Zu Mittag isst man zumeist Sandwich (ja, da kann der Käse reinkommen), dazu kommen  kleine Fleisch- und Leberspießchen. Am Nachmittag wird noch einmal bei Kaffee und Kuchen pausiert, am Abend rundet man den Tag mit der Hauptmahlzeit ab, meist werden Kartoffeln, Fleisch oder Fisch mit Sauce und eine Gemüsebeilage serviert. Als typisches niederländisches Gericht könnten sich österreichische Gäste beim Spiel der ÖFB-Auswahl am 17. Juni in Amsterdam diverse Eintöpfe in den  Restaurants auf den Tisch stellen lassen. Da die Niederländer schon einmal einen Meeranschluss haben, sind auch Fisch und Meeresfrüchte sehr beliebt und fein zubereitet. Zum Nachtisch gibt es, wenn der gemeine Niederländer dann noch Platz im Magen hat, allerlei Arten von Pfannkuchen.

Die Imbissbuden sehen aus wie überall, wie in Österreich, aber auch wie in der Ukraine. Die dortige  Kulinarik ist von Küchen der Nachbarländer beeinflusst, vor allem von der polnischen und der russischen Küche. Durch die ukrainischen Auswanderer in die USA und nach Kanada wurde sie auch in Nordamerika bekannt. 

Wenn jemand in der Ukraine Koch lernen will, ist es von Vorteil, dass er weiß, was man mit Kartoffeln, Fleisch, Früchten, Pilzen, Beeren und Kräutern anfängt. Berühmt ist die Borschtsch, eine Suppe, die traditionell mit Roter Rübe und Weißkraut zubereitet wird. Suppen dürfte man beim  Gruppengegner der Österreicher ohnehin gerne essen. Bei der Soljanka werden Sotschi (Kraut, Sauerrahm) und Rassolnik (Salzgurken, Gurkenlake) vereinigt. Das Nationalgericht heißt Wareniki. Es besteht aus gefüllten, halbmondförmigen Teigtaschen, die zumeist in Salzwasser gekocht werden. 

Was man in Nordmazedonien unbedingt probieren muss: Berühmt sind die gefüllten Paprika, die Pastrmajlija, die mazedonische Pizza und verschiedene Teiggerichte. An den Flüssen wird auch oft Fisch präsentiert.

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