Sport | Fußball
05.12.2011

Polens Einbürgerungen

Eine polnische Mutter, ein Großvater oder sonst ein Verwandter verschaffte jüngst dem polnischen Team Verstärkung.

S eit Wochen herrscht Funkstille zwischen den Spielern des polnischen Nationalteams und den Journalisten. Der Verband und Teamchef Frantiszek Smuda sind der Meinung, dass die Medien durch ihre Hysterie den Aufbau einer konkurrenzfähigen Mannschaft für die Heim-EM im nächsten Jahr gefährden würden.
Als Tormann vertraut der Teamchef auf Wojciech Szczesny, der zuletzt im Tor von Arsenal gegen Manchester United 2:8 untergegangen ist. Die langjährige Nr. 1 heißt Artur Boruc und war 2010 von Celtic Glasgow nach Florenz gewechselt. Smuda hat ihn aus dem Kader geworfen, weil er nach einem Spiel der Nationalmannschaft im Flugzeug ein Glas Wein getrunken hat.

Kritik gibt es auch am Konzept, vor der EM so viele Spieler mit polnischen Vorfahren wie nur möglich einzubürgern. So kamen Sebastian Boenisch (Bremen), Adam Matuszczyk (Köln) und Eugen Polanski (Mainz) zu polnischen Teamehren. Aber auch in Frankreich wurde man fündig. Ludovic Obraniak von Lille und zuletzt Damien Perquis von Sochaux, dessen Großmutter aus Polen stammt, wurden Polen.

Staatspräsident Bronislaw Komorowski verlieh Perquis im Eilverfahren die polnische Staatsbürgerschaft. Dessen Manko: Er spricht kein Wort polnisch, ein Dolmetsch übersetzt für ihn die Worte des Teamchefs ins Englische. Das sei eine Schande, meinte Jan Tomaszewski, Tormann-Held der WM 1974 und kritisierte so den Verband, der von seinem ehemaligen Teamkollegen Gregorz Lato geführt wird.

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