Sport | Fußball
27.12.2013

Peter Stöger: Der Kölner neues Liebkind

Nach einer bärenstarken Hinrunde liegen die Fans dem Wiener zu Füßen.

Peter Stöger, weiter so. Wo warst du nur die ganzen Jahre?", fragt Michael auf der offiziellen Facebook-Fanpage des Köln-Trainers. Es ist nur eines von unglaublich vielen Postings dieser Art. Manche dieser Zuneigungsbekundungen mögen übertrieben anmuten, aber der Kölner an sich ist verrückt nach seinem "Effzeh". Nach einigen Jahren fußballerischer Magerkost ist man in Köln wieder auf Erfolg getrimmt – und die Euphorie der Fans schier grenzenlos.

Nach dem Meistertitel mit der Austria war Stöger – nach endlosem Transfer-Hickhack – im Sommer dem Lockruf aus dem Ausland gefolgt. Der Verteilerkreis wich der Domstadt – eine neue Welt für den Ur-Wiener. Und mit dem 1. FC Köln hat sich Stöger sicherlich nicht die einfachste Aufgabe ausgesucht. Vom Selbstverständnis ein Erstligist, in der Realität in Liga 2. Die Fans erwarten stets Großes, das Medienaufkommen ist enorm, die Erwartungshaltung im gesamten Umfeld riesig.

Erfolgslauf

Seit Stögers Amtsantritt hat sich einiges getan. Mit etwas Anlaufzeit hat der Ex-Austria-Coach ein Team geformt, das seine Handschrift deutlich erkennen lässt und sich den Herbstmeistertitel in der 2. deutschen Liga gesichert hat. Zwei Siege später war man auch Winterkönig und geht als unangefochtener Tabellenführer ins Frühjahr.

Und nicht erst seit dem vielumjubelten Derbysieg im letzten Spiel des Jahres gegen Düsseldorf wird Peter Stöger in Köln verehrt. Die Leute mögen seine offene Art, seinen Wiener Schmäh und seine Lockerheit. Via Facebook lässt er die Fans nach jedem Spiel an seinen Gedanken teilhaben - und die wissen das zu schätzen. "Peter, du bist ein Gigant. Danke dafür, dass du einer ganzen Region ihren Stolz zurückgegeben hast", postet Patrick. Thorsten setzt gar noch einen drauf: "Du bist eines der größten Geschenke, das der FC seit Jahren erhalten hat."

Die Liebe der Kölner zu Peter Stöger ist aber keine Einbahnstraße. "Die Leute sind offen und freundlich, die Stadt ist sehr interessant und komplett fußballbegeistert. Es ist nicht schwer, sich hier wohl zu fühlen", sagte der Wiener vor wenigen Wochen im KURIER-Interview.

"Ihn zu holen, war eine fantastische Entscheidung"
- Toni Schumacher

Nicht nur die Anhänger wissen die Arbeit von Peter Stöger zu schätzen. Vize-Präsident Toni Schumacher sagt im Bild-Interview über seinen Trainer: „Ihn zu holen, war eine fantastische Entscheidung. Er wollte auch von der ersten Gesprächs-Minute an nur zu uns – und hat dies durchgezogen. Schließlich hat er auf Geld verzichtet, damit wir die Ablöse an Austria Wien stemmen konnten. In seiner täglichen Arbeit macht er keine Fehler. Er geht mit den Stars richtig um. Er fördert die Jungen. Er trifft stets den richtigen Ton. Wir wollen mit ihm noch mehr erreichen.“

Das Wortspiel "Aufstöger 2014" ist jedenfalls längst ein Renner in Köln. Mit acht Punkten Vorsprung auf den vierten Platz sind die Chancen auf die Rückkehr in die Bundesliga mehr als intakt. Und als "Aufstögertrainer" ließe es sich für den Peter in Köln wohl noch besser aushalten.