Gehässige Partie: Frankreich müht sich gegen Paraguay ins WM-Viertelfinale
Mbappe gegen Paraguay
WM-Mitfavorit Frankreich steht im Viertelfinale und trifft dort am Donnerstag (22.00 MESZ) auf Marokko. Die Afrikaner hatten sich in der Nacht auf Sonntag gegen Kanada 3:0 durchgesetzt.
Natürlich wurde auch in Philadelphia der 4. Juli, der Unabhängigkeitstag der USA, gefeiert. Die Akteure von Frankreich und Paraguay warteten bei 37 Grad geduldig im Spielertunnel, bis auch sie auf das Feld durften.
Das Duell zwischen dem Vizeweltmeister Frankreich und den Kickern aus dem 7-Millionen-Einwohner-Binnenland war ein ungleiches. Französische Offensivpower traf auf südamerikanische Defensiv-Leidenschaft.
Paraguays Teamchef Gustavo Alfaro gab nach dem Sensationssieg im Sechzehntelfinale gegen Deutschland zu, wie er seine Spieler davor motiviert hatte: In seiner Ansprache erinnerte er sie, wie sie sich als Kinder auf den Plätzen Paraguays mit roter Erde die Knie aufgeschunden haben, während ihre deutschen Gegner in den Akademien auf feinsten Rasenplätzen das Fußballspiel erlernt hatten.
Gegen Frankreich waren seine Spieler nicht weniger motiviert. Taktisch rührte sein Team den Beton an. In einem 5-4-1-System stemmten sich die Südamerikaner gegen die französischen Offensivkünstler und konzentrierten sich von Beginn an auf das Verteidigen. Gewonnene Zweikämpfe feierten sie wie andere Teams Torerfolge.
Die Franzosen bauten ein Powerplay auf und kamen auch immer wieder zu Abschlüssen. Doch einen Erfolg feierte Paraguay auch: Nach einem Foul von Cubas an Mbappé (36.) ließ sich Frankreichs Superstar zu einem Stoßen provozieren, eine Rangelei war die Folge. Jetzt waren die Kämpfer in den Köpfen der Franzosen. Die Paraguayer wussten von da an, dass das Provozieren funktionierte.
Und das tat es auch lange in dieser Partie. Erst ein Elfmeter sollte die Franzosen erlösen. Der eingewechselte Doue wurde von Gomez am Bein getroffen, Referee Tantashev musste vom VAR überzeugt werden, dass dies regelwidrig war. Mbappé traf mit seinem siebenten Turniertor zum 1:0 (70.).
Immer wieder kam es zu Privatduellen, speziell mit Mbappé. Zur Trinkpause entwickelte sich eine weitere Rangelei. Für die Franzosen ging es jetzt darum, keine weiteren Karten und keine Verletzungen zu riskieren. Offensiv war von Paraguay nicht mehr viel zu befürchten. Und die Klasse, das Spiel im eigenen Ballbesitz nach Hause zu spielen, hatten die Franzosen allemal.
Am Ende scheiterte Mbappé noch zwei Mal am starken Paraguay-Keeper Gill (96.).
Übrigens: Bevor Frankreich 1998 Weltmeister wurde, hatte das Team von Kapitän und dem jetzigen Teamchef Didier Deschamps gegen Paraguay 1:0 gewonnen.
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