Sport | Fußball
02/19/2019

Olympia-Aus für Irans Fußballerinnen wegen Israel-Reise?

Die Iranerinnen müssten durch Israel fahren, wollen sie den Austragungsort der Quali-Spiele erreichen. Das ist verboten.

Das iranische Frauenfußball-Nationalteam muss möglicherweise aus politischen Gründen auf die Chance der Olympia-Qualifikation verzichten. Grund dafür ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna vom Dienstag der Austragungsort der Qualifikationsspiele für die Olympischen Spielen 2020 in Tokio.

Die iranischen Frauen müssten für die Spiele in das von Israel besetzte Westjordanland nach Al-Ram reisen, einer palästinensischen Stadt nordöstlich von Jerusalem. Dafür müssten sie aber durch Israel reisen oder die von Israel kontrollierte Grenze zu Jordanien passieren. Laut iranischen Gesetzen ist dies jedoch verboten. Zudem bräuchten die Frauen ein Visum vom iranischen Erzfeind Israel. Laut Isna wird daher befürchtet, dass die iranischen Frauen schon im Vorfeld ihren Olympia-Traum begraben müssen.

„In unserem Pass steht klar und deutlich, dass Iraner nicht in die besetzten palästinensischen Gebiete (Israel) einreisen dürfen“, sagte Hussein Abdi, der technische Berater der Frauenmannschaft. Der Iran habe den asiatischen Fußballverband AFC mehrmals über das Problem informiert und einen neuen Austragungsort beantragt. Aber bis jetzt habe Teheran vom AFC keine Antwort erhalten, so der Berater laut Isna. Viel Zeit bleibt den iranischen Frauen nicht mehr. Die Qualifikationsspiele beginnen am 1. April in Al-Ram.

Wegen der politischen Feindschaft mit Israel dürfen Iraner seit der islamischen Revolution vor 40 Jahren nicht nach oder durch Israel reisen. Auch Irans Sportler dürfen seitdem nicht gegen israelische Sportler oder Mannschaften antreten. Das Verbot gilt im Land als eine sportpolitische rote Linie und ein Verstoß als Tabubruch.