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Sport Fußball
06/17/2021

Ohne Arnautovic: Wie das ÖFB-Team den EM-Aufstieg fixieren könnte

Österreich muss zwar ohne Arnautovic auskommen, hat gegen die Niederlande aber wenig zu verlieren. Wie Foda den Aufstieg fixieren könnte.

von Andreas Heidenreich

Die Ausgangslage ist klar: Österreich hat mit dem 3:1-Sieg gegen Nordmazedonien die angepeilten drei Punkte geholt und sich selbst in die angenehme Situation manövriert, in Amsterdam nachlegen zu können – aber (noch) nicht zu müssen.

Mehr noch: Die österreichische Mannschaft wird sich in der Johan-Cruyff-Arena vermehrt in jener Disziplin wiederfinden, die Franco Foda am liebsten hat: Dem schnellen Umschalten in die Tiefe. Wie der Teamchef vor dem zweiten Gruppenspiel sein Team einstellen könnte.

Grundformation

Es spricht in der Tat viel dafür, dass Foda wie zuletzt auf ein 3-5-2 setzt. Weil es funktioniert hat und alle elf Spieler entweder auf ihrer Idealposition vom Klub zum Einsatz kamen, oder dieser zumindest weit näher waren, als in den Testspielen zuvor. Überzeugt hat vor allem David Alaba als zentraler von drei Innenverteidigern. Er könnte wieder dort spielen, oder aber leicht adaptiert als linker von drei Innenverteidigern – in dieser Rolle könnte er sich noch mehr in die Spieleröffnung einbringen und öfters ins Mittelfeld mitgehen.

Überzeugt hat auch Marcel Sabitzer als zentraler Mittelfeldspieler. Dass er sich da mittlerweile am wohlsten fühlt und sich selbst als „ehemaligen Offensivspieler“ bezeichnet, spricht zusätzlich gegen die Rolle als hängende Spitze oder Offensiv-Flügel.

Darüber hinaus wird es gegen die Niederländer auch ein starkes Zentrum wichtig sein. Das Trio Sabitzer-Laimer-Schlager kann im Gegenpressing eine hohe Intensität an den Tag legen.

Personalfragen

Aleksandar Dragovic hat nach seiner Rissquetschwunde mit seinem blauen Auge normal trainiert und wird aller Voraussicht nach sein 92. Länderspiel bestreiten. Personelle Veränderungen sind eher im Angriff möglich. Im Sturmzentrum wird es wichtig sein, endlich auch Bälle zu sichern. Niemand kann das besser als Marko Arnautovic, doch der ist verhindert. Sasa Kalajdzic offenbarte in dieser Disziplin zuletzt Schwächen. Ob Foda das Stimmungshoch von Michael Gregoritsch nutzt, und den Torschützen vom Sonntag von Beginn an ins Rennen wirft?

EURO 2020: TRAINING DES ÖFB-TEAMS IN SEEFELD

Neben einer wuchtigen Nummer 9 braucht es eine flinke Ergänzung. Christoph Baumgartner ließe sich in die Tiefe schicken, oder auch Karim Onisiwo. Dass der Mainzer von der Tribüne in die Startelf wandert, ist allerdings unwahrscheinlich.

Spielanlage

In der Defensive wird es nötig sein, dass Österreichs Außenspieler höher und näher zu ihren direkten Gegenspielern „durchdecken“. Am Sonntag war Stefan Lainer oft zu passiv gegenüber Alioski, der so auch das Tor der Mazedonier einleitete. Auf der anderen Seite könnte es brennen. Denzel Dumfries, der rechte Flügel im 3-5-2 der Niederländer, wurde beim 3:2 gegen die Ukraine zum Matchwinner und wird auch Andreas Ulmer alles abverlangen.

EURO 2020: TRAINING DES ÖFB-TEAMS IN SEEFELD

Im Ballbesitz bietet es sich an, die erste Verteidigungslinie der Oranjes, die sehr mannorientiertes Pressing betreibt, schnell zu überspielen. Denn dahinter offenbarte sich bei der Elf von Frank de Boer zuletzt oft ein großes Loch, aus dem die Österreicher  schalten und schnelle Angriffe einleiten könnten.

Mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist ein Spiel mit mehr Tempo und vielen Gegenstößen im Vergleich zum statischen Geschehen gegen die tief verteidigenden Mazedonier.

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