Sport | Fußball
13.10.2015

Koller: "Ich freu' mich für die Fußball-Fans"

"Ich war nicht der Letzte, der nach Hause gegangen ist", schmunzelt der Teamchef am Tag nach den Feierlichkeiten.

Etwas müde wirkte er schon. Am Tag nach dem 3:0-Sieg gegen Liechtenstein und den anschließenden Feierlichkeiten im Stadion und im Wiener Volksgarten. Dennoch stellte sich Teamchef Marcel Koller am Dienstag nach beendeter EM-Qualifikation noch einmal den Fragen der Medienvertreter.

Man solle ihm verzeihen, dass er bislang noch keine Zeit gehabt hätte, sich das Spiel noch einmal anzusehen und zu analysieren, meinte der Schweizer schmunzelnd. "Ich war aber nicht der Letzte und es war noch dunkel, als ich nach Hause gegangen bin."

Von der Leistung seiner Spieler abseits des Platzes zeigte sich der 54-Jährige begeistert. "Wir haben nicht nur ein geiles Team, das sehr gut Fußball spielen, sondern auch sehr gut feiern kann."

"Haben in Europa für Aufsehen gesorgt"

Freilich freut sich ein Teamchef aber am meisten über die Erfolge auf dem Platz. „Wir haben uns nicht nur durch die Quali gewurstelt, sondern überzeugend gespielt, haben für Österreich viel erreicht und in Europa für Aufsehen gesorgt. Man weiß jetzt über Österreichs Grenzen hinaus, dass da eine starke Mannschaft entstanden ist. Ich freu' mich für die Leute, ich freu mich für die Fußball-Fans, die jetzt auch mehr geworden sind. Ich merk' das an den Fotos, von denen ich immer mehr machen muss.“

Mit Stolz verwies Koller auf die Tatsache, dass die ÖFB-Auswahl auch ihre letzten beiden Qualifikationspartien gewann. Und das, obwohl das Ticket nach Frankreich schon zuvor gelöst worden war. "Es war gut, dass wir für den EM-Lostopf zwei noch zwei Siege brauchten, damit man noch Ziele hat und die Spieler merken, es geht nicht um die goldene Ananas", sagte Koller.

Die jüngsten Erfolge gegen Montenegro und Liechtenstein seien ein erfolgreicher Charaktertest gewesen. "Die Mannschaft ist hungrig nach weiteren Erfolgen." Und der Teamchef? "Mein Hunger ist noch nicht gestillt."

Test gegen die Schweiz

Das nächste Match steht für das Nationalteam am 17. November auf dem Programm. Der Gegner? Kollers Landsleute aus der Schweiz. Bereits 10.000 Tickets wurden in den ersten zweieinhalb Stunden nach Vorverkaufsbeginn abgesetzt. Weiter geht es dann im März 2016 mit zwei Testmatches, ebenfalls zweimal bittet Koller noch Ende Mai oder Anfang Juni zu einem Probegalopp.

Dann muss sich der Teamchef auch auf seinen 23-Mann-Kader für die EM festlegen: "Dass der eine oder andere enttäuscht sein wird, ist klar, aber wir können nur 23 mitnehmen. Als Trainer muss ich jeden Tag Entscheidungen treffen, und die sind nicht immer schön."

Was das EM-Quartier in Frankreich betrifft, sei man noch in der Planungsphase. Und auch bezüglich einer Vertragsverlängerung ließ sich Marcel Koller nichts entlocken. Es brauche Geduld. Von den Fans. Von den Medien. Vom ÖFB.

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