Nach Fehlstart in WM-Quali: ÖFB-Frauen denken schon an ersten Sieg
ÖFB-Frauen vs. Norwegen
Knapp dran, am Ende aber doch verloren: Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam steht nach dem Auftakt-0:1 gegen Norwegen in der WM-Qualifikation am Dienstag noch ohne Punkt da. Der Gegentreffer fiel spät und ausgerechnet in einer Phase, in der die Gastgeberinnen gut im Spiel waren, eigentlich vieles auf eine Nullnummer hingedeutet hatte.
„Es schmerzt, dass das Ergebnis am Ende so ist“, sagte ÖFB-Teamchef Alexander Schriebl nach einer „tadellosen“ Leistung seiner Truppe. Bewusst hatte er gegen die Nummer zwölf der Welt auf eine sehr defensive Ausrichtung gesetzt, im Gegensatz zu Auftritten im vergangenen Jahr auf frühes Attackieren verzichtet und den Gegner kommen lassen. Das war einer der „Entwicklungsschritte“, die er im Vorfeld angekündigt hatte.
Vor der Pause konnte mit einer größtenteils Fünferkette und auch dank viel Glück im Zentrum alles wegverteidigt werden. Nach der Pause hatten die dann deutlich mutigeren Gastgeberinnen sogar ein kleines Chancenplus, konnten daraus aber kein Kapital schlagen und kassierten in der 81. Minute das 0:1 durch Lisa Naalsund.
Barbara Dunst
„Das Tor darf uns so nicht passieren“, sagte Torfrau Mariella El Sherif. Mittelfeld-Ass Barbara Dunst sprach nach ihrem ersten Pflichtspieleinsatz über die volle Distanz in diesem Jahr, den sie „ganz gut vertragen hat“, von einem „blöden“ Gegentor, das „einfach nervig“ und „super-bitter“ sei. Die nach einer Flanke unbedrängte Manchester-United-Mittelfeldspielerin traf via Direktabnahme ins Eck. „Wir haben gegen den Ball hervorragend gespielt, bis auf die eine Situation“, meinte Innenverteidigerin Virginia Kirchberger.
Auch Schriebl war bestrebt, das Positive hervorzukehren: „Wir können viel aus dem Spiel ziehen, haben hervorragend gekämpft, waren sehr diszipliniert im taktischen Verhalten und haben gezeigt, dass wir solche Spiele eng gestalten können.“ Die Belohnung blieb auch deshalb aus, da Julia Hickelsberger (43.) und Annabel Schasching (64., 66.) bei den wenigen guten ÖFB-Möglichkeiten die Kaltschnäuzigkeit vermissen ließen. „In Spielen gegen solche Gegner brauchst du das Momentum auf deiner Seite, dass du aus wenig Chancen auch Tore machst. Das ist uns nicht geglückt“, resümierte der Salzburger.
Kapitänin Sarah Puntigam hofft diesbezüglich auf baldige Besserung. „Vorne wird es der nächste Schritt sein, dass man auch gegen Topmannschaften mehr kreieren kann und wenige Chancen auch nutzt.“ Doch nicht nur in Punkto Effizienz gilt es, sich im Offensivspiel zu steigern. „Wir hatten nach der Pause überraschenderweise viel Ballbesitz, es waren viele Räume da. Da hat man gesehen, da fehlt uns noch ein bisschen die Erfahrung, dass wir den Ball halten, zirkulieren lassen und selber das Spiel leiten“, analysierte Dunst.
Unabhängig davon habe der Auftritt für sie gezeigt, dass man sich in eine „gute Richtung“ bewege. Das gilt es nun am Samstag (19.00 Uhr/live ORF Sport+) in Koper gegen Slowenien zu unterstreichen. Da zählt im Kampf um den angestrebten Top-Drei-Platz in der Gruppe A4 nur ein Sieg. „Gegen Slowenien wollen wir drei Punkte holen, um den dritten Platz zu festigen“, gab Puntigam die Marschroute vor.
„Wenn wir so auftreten wie heute, ist es auf jeden Fall möglich“, ergänzte Schriebl. Zu erwarten sei allerdings ein ganz anderes Spiel. „Die Gegner kann man überhaupt nicht vergleichen. Wir werden da fußballerisch schon unsere Stärken klar zeigen können“, sagte der ÖFB-Coach. Bis zur Abreise am Donnerstag mit dem Bus wird weiter am ÖFB-Campus in Wien trainiert. Leider nicht mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck und in den Köpfen. „Es ist schade, weil es das ist, was uns gut getan hätte und die Mädels hätten es sich verdient gehabt“, sagte Schriebl.
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