Hitziges Cup-Halbfinale: Viel Zündstoff vor dem OÖ-Derby
Zuletzt gab es ein 1:1 zwischen Ried und dem LASK
Ried und Linz trennen rund 80 Kilometer. Aber wahrscheinlich liegen Welten zwischen den beiden Oberösterreich-Klubs. Vor dem Cup-Halbfinalspiel zwischen den Innviertlern und dem LASK (20.30 Uhr, ORF1) liegen sich die beiden Klubs eher weniger in den Armen.
Dass Thomas Gahleitner Feuer und Flamme für seine Rieder ist, liegt nahe. Dass der Präsident des Liga-Aufsteigers aber wie zuletzt in seinem Video festgehalten, einen brennenden LASK-Schal in die Höhe hält, sorgt für zusätzlichen Zündstoff. Der Boss der SV Ried kommentierte diesen heißen Ausrutscher mit einer „einzigartigen Atmosphäre. Auch ich war Teil einer dieser bunt gemischten Runden, in der natürlich ein gegenseitiger humorvoller und lockerer ‚Schlagabtausch‘ stattfand, wie es bei Fußball-Lokalderbys durchaus üblich ist.“
Klare Absage
Nicht weniger „humorvoll“ war vor dem jüngsten Derby am 14. Februar (1:1, der LASK-Ausgleich fiel in der 103. Minute durch einen Elfer) die Antwort auf eine Ticket-Anfrage eines LASK-Fans. „Als LASK-Fan haben sie (in der Tat kleingeschrieben) Tickets über den LASK zu kaufen. Dort gibt es heute unseres Wissens nach Gästesektor Tickets für das Cup Spiel zu kaufen. Wir wir unsere Tickets verkaufen ist unsere Sache und werden wir mit ihnen nicht diskutieren.“ Aber dann wurde es doch freundlicher. „Übrigens gratulieren wir ihnen herzlich zum gestrigen Ergebnis ihres Lieblingsvereins!“ Der LASK hatte am Tag zuvor zu Hause 1:5 gegen Salzburg verloren. Gahleitner rechtfertigte sich in der OÖN, man müsse "entsprechende Beleidigungen, die im Vorfeld gefallen sind, beachten.“
Egal, das 1:5 war die einzige Niederlage unter Trainer Didi Kühbauer, der sich auf das Sportliche konzentriert und weiß, was ihn erwartet. „Es ist eine Aufgabe, die sehr, sehr hart wird. Das hat man schon vor zwei Wochen gesehen, dass in Ried sehr viel benötigt wird, dass man da ins Finale einziehen kann“, sagte der LASK-Coach.
Bei den Gastgebern soll die routinierte Abwehr gegen die starke LASK-Offensive um Sasa Kalajdzic ein wesentlicher Trumpf sein. „Wir haben beim letzten Heimspiel gegen den LASK gezeigt, dass wir für diese Mannschaft eine große Gefahr sein können“, sagte Philipp Pomer. Der Linksverteidiger weiß übrigens, wie es ist, ein Cup-Finale zu bestreiten, war 2022 im verlorenen Duell gegen Salzburg mit von der Wikinger-Partie.
Klar ist die Marschroute von Trainer Max Senft, der im Winter auch ein Kandidat bei Sturm war. „Die Rollen sind vor der Partie klar verteilt, und wir nehmen unsere Rolle als Underdog gerne an.“ In der Cup-Statistik liegt sein Team voran, 1998 (Finale gegen Sturm) und 2011 (Sieg gegen Austria Lustenau) holte man schon den Titel, der einzige LASK-Triumph datiert aus dem Jahre 1965, wo man auch Meister wurde.
Klare Vorstellungen
Im anderen Duell ist Salzburg gegen Altach (18 Uhr, ORF 1)klarer Favorit. Dem neuen Salzburg-Coach Daniel Beichler ist klar: „Ich kann mir schon vorstellen, dass Altach nicht zu uns kommen und einfach alles nach vorn werfen wird, sondern eher versucht, über Umschaltmomente und Standardsituationen zum Erfolg zu kommen.“ Aus diesem Grund könne man einiges „aus dem Hartberg-Match mitnehmen.“ Hoffentlich nicht alles – die Partie endete torlos. „Wir sind im Cup nicht so weit gekommen, um jetzt zu sagen, das reicht uns“, weiß der Steirer.
Kommentare