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ÖFB-Coach Söndergaard: "Ich möchte kein Diktator sein"

Vor seinem ersten Spiel mit den ÖFB-Frauen heute gegen Slowenien verrät ÖFB-Teamchef Söndergaard seine Philosophie.
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Wenn die ÖFB-Frauen heute im neuen Stadion des Wiener Sport-Club vor rund 3.000 Zuschauerinnen und Zuschauern gegen Slowenien (18 Uhr/live ORF 1) um Platz drei in ihrer WM-Qualifikationsgruppe kämpfen, wird eine neue Stimme von der Seitenlinie zu hören sein. Lars Söndergaard, bestens bekannt in Österreichs Fußball, wird erstmals als Teamchef des ÖFB-Frauenteams in ein Spiel gehen. Während der Vorbereitung stand er dem KURIER Rede und Antwort.

In welchem Zustand haben Sie dieses Nationalteam übernommen?

Anfangs waren ein paar von ihnen ein bisschen müde. Das war den Meisterfeiern geschuldet. Aber allgemein finde ich das Team sehr konzentriert, sehr fokussiert, sehr willig.

Die WM-Qualifikation hat schlecht begonnen. Merken Sie im Team eine Verunsicherung?

Jetzt nicht. Ich spüre eher gute Laune. Aber so etwas kommt dann, wenn die Dinge nicht laufen wie geplant. Ich versuche, positiv zu sein und spielerisch ein paar klare Anweisungen zu geben, damit sie in gewissen Situationen einfach wissen, was zu tun ist.

Sie hatten bis zum ersten wichtigen Spiel nicht viel Zeit, welche drei Punkte waren für Sie die wichtigsten?

Ich kann in kurzer Zeit als neuer Trainer nicht alles über den Haufen werfen. Es geht jetzt nur um kleine und einfache Dinge. Erstens müssen wir als Team auftreten. Auf dem Platz, aber auch außerhalb. Wir müssen füreinander kämpfen, einander helfen. Fehler werden passieren, aber sie gehören dazu. Wir dürfen keine Angst davor haben. Außerdem hätte ich gerne Kompaktheit im Team.

Das waren zwei Punkte. Ein dritter wäre vielleicht die Chancenauswertung – wie kann man die verbessern?

Erstens muss man so viele Chancen wie möglich herausspielen. Je mehr man hat, desto eher geht einmal einer ins Tor. Es gilt dabei auch die Ruhe zu bewahren vor dem Tor. Das kann man auch trainieren. Wir wollen mehr Druck auf den 16er ausüben. Je mehr Spielerinnen sich im Strafraum befinden, desto gefährlicher wird es.

Wie legen Sie ihre Rolle als Teamchef an?

Ich bin nicht verantwortlich für alles. Aber ich glaube schon, dass ich mit meiner Erfahrung einige Ideen habe, rein taktisch, kleine neue Dinge zu verändern. Ich will jede Spielerin in die für sie beste Situation bringen. Natürlich will ich, dass alle zusammenhalten, und ich bin auch dafür verantwortlich, aber dafür sind schon die Spielerinnen auch verantwortlich. Ich denke, ich bin ein umgänglicher Typ, ich möchte kein Diktator sein, ich rede viel mit den Spielerinnen. Ich mag eine gute Stimmung, in der man auch Spaß haben kann.

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Virginia Kirchberger in der Vorbereitung

Die Spielerinnen sagen, Sie geben klare Anweisungen. Hat das zuletzt gefehlt?

Darum kümmere ich mich nicht. Ich kümmere mich um die Gegenwart. Und weil die Zeit so kurz war, will ich einfache und ganz klare Signale senden. Zu kompliziert wäre in unserer Situation nicht gut. Wir müssen eine ganz klare Idee haben, wie wir in der Nationalmannschaft spielen wollen und wie dann das Zusammenspiel funktioniert. Es gibt verschiedene Trainerphilosophien. Ich glaube, dass ich in meinen Analysen gesehen habe, was die Spielerinnen brauchen.

Vom Teamcamp hörte man, dass es viel Spaß am Spiel gab. Wie wichtig ist das?

Ich glaube, das ist das Um und Auf. Man sieht das bei Mannschaften, die mehrere Spiele hintereinander gewinnen, die werden auch immer besser. Weil sie Lust zu spielen haben – und keine Angst. Freude gehört dazu, deshalb spielen wir ja Fußball. Wir wollen auch den Zuschauern Freude bereiten.

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