ÖFB-Frauen spielen am Dienstag gegen den DFB auch "um die Ehre"

Österreichs Team will sich trotz Außenseiterrolle keinesfalls geschlagen geben. Heimspiel gegen Slowenien auf dem Sport-Club-Platz fixiert.
Virginia Kirchberger mit Teamkolleginnen am ÖFB-Campus

Endlich wieder bei einem großen Turnier dabei sein. Das wäre der große Traum für die ÖFB-Frauen. Eine Euphorie entfachen wie bei den Europameisterschaften 2017 oder 2022. Endlich wieder international mitspielen. Die verpasste EM beim Nachbarn Schweiz im Vorjahr tat weh. Fans ebenso wie den Spielerinnen.

Dann die große Hoffnung WM 2027 in Brasilien. Doch der Auftakt in die WM-Qualifikation verlief denkbar schlecht. Gegen starke Norwegerinnen hielt das ÖFB-Team Anfang März zwar lange mit, doch ein spätes Tor durch Lisa Naalsund führte zur Niederlage. Gegen Slowenien hätte man punkten – vielleicht sogar siegen – müssen. Die 0:1-Niederlage und die schwache Leistung führten zu einem Stimmungstief in der rot-weiß-roten Nationalelf – und zu heftiger Kritik an Teamchef und Team.

Die Kritik sei gerechtfertigt gewesen, sagt Bayern-München-Legionärin Barbara Dunst. Sie will sie aber öffentlich nicht auf den Teamchef abwälzen. „Die Verantwortung liegt bei uns im Team, an jeder Einzelnen.“

Deutschland-Doppel

Nun geht es am Dienstag (18.15 Uhr/live ORF 1) in Nürnberg und am darauffolgenden Samstag (18 Uhr/live ORF 1) in Ried zweimal gegen die starken Deutschen, die die Norwegerinnen im März mit 4:0 und Slowenien mit 5:0 besiegt hatten.

Dass es gegen Deutschland hart wird, können sich alle ausrechnen. „Realistisch gesehen wird es sehr, sehr, sehr schwierig“, sucht Dunst nach Superlativen. „Vor allem nach dem letzten Lehrgang“, schießt sie nach. Das Auswärtsspiel in Nürnberg werde „tough“, so die 28-Jährige, die nach ihrer Rückkehr nach Kreuzbandriss wieder voll einsatzfähig ist. „Wir müssen kompakt auftreten, taktisch gut eingestellt sein und die Gegnerinnen entscheidend ärgern.“

Viele von uns spielen in Deutschland. Es geht hier auch um unsere Namen, unseren Marktwert und unsere Ehre.

von Barbara Dunst

Deutschland-Legionärin

Eines ist für sie klar: Auch trotz der klaren Außenseiterrolle hat das Team gegen Deutschland „viel zu verlieren. Viele von uns spielen in Deutschland. Es geht hier auch um unsere Namen, unseren Marktwert und unsere Ehre“, sagt die Mittelfeldspielerin, die keinesfalls gegen die Deutschen verlieren will – schon gar nicht hoch. „Ich habe keine Lust, mit einem Paket nach München zurückzukehren.“

Es gehe außerdem auch um das Torverhältnis. „Wir wollen es eng halten“, das sei auch wichtig für den entscheidenden Lehrgang im Juni, wenn es wieder gegen Norwegen und Slowenien geht. Als Gruppendritte bleibt die Chance, sich über Umwege für Brasilien zu qualifizieren, noch aufrecht.

Neuer Sport-Club Platz

Der neue Sport-Club Platz wartet auch auf Länderspiele der ÖFB-Frauen

Erstes Spiel am neuen Sport-Club-Platz

Das Heimspiel gegen Slowenien am 5. Juni (18 Uhr/live ORF) wird erstmals im neuen Stadion Wiener Sport-Club Platz in Wien Hernals stattfinden. Die Heimspielstätte des Wiener Sport-Club wird nächste Woche eröffnet und bietet bei internationalen Spielen Platz für rund 4.700 Zuschauer. Teamchef Alexander Schriebl freut sich darauf: "Das Stadion bringt nicht nur einen eigenen Charme mit, sondern bietet auch mit seiner Lage inmitten von Wien vielen Fans die Möglichkeit, uns bei diesem wichtigen Spiel gegen Slowenien zu unterstützen."

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