Bundesliga - Borussia Dortmund v Schalke 04

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Sport Fußball
05/20/2020

"Haaland geht der Ruhm auf die Nerven, Interviews langweilen ihn"

Auf dem Fußballplatz kennt der Norweger keine Ladehemmung. Komplett anders sieht es aus, wenn er Journalisten gegenübersteht.

von Mirad Odobasic

Wenn man Pech hat, dann bekommt man aus ihm nicht mehr als einen Satz heraus. Und zwar einen unvollständigen. "Hart arbeiten", lautete Erling Braut Haalands dürftige Antwort auf die Frage nach dem Geheimnis seines Laufs. Diese hatte er just nach seiner Gala im Champions-League-Duell Salzburgs mit Liverpool gestellt bekommen. Nicht mal drei Tore gegen den Titelverteidiger konnten das Mundwerk des kühlen Norwegers lockern.  

Der heutige Dortmund-Stürmer gehört zu der Sorte der Kicker, die vollständige Antworten nur auf dem Fußballplatz liefern. Für den Fußball-Fan ein Traum, für den Reporter ein Albtraum. "Ist der Teenager schwer zu interviewen oder einfach missverstanden?" - dieser Frage ist der britische Sender BBC nachgegangen und hat den norwegischen Fußball-Experten Lars Sivertsen zu Rate gezogen. 

Schmähbruder

"Er mag die Medien, das Ganze drum herum nicht. Er will bloß Fußball spielen und sich weiter verbessern", sagt Sivertsen BBC und erzählt eine Anekdote. "Norwegische Journalisten fragten ihn, warum er den Umgang mit den Medien nicht mag und er sagte: 'Ich bin gelangweilt. Das ist nicht das, was ich tun will'. Sie fragten ihn daraufhin, ob er denn auch gerade gelangweilt ist und er sagte: 'Ja!'"

Andere junge Spieler würden die mediale Aufmerksamkeit genießen, doch Haaland sei diesbezüglich das pure Gegenteil. "In Norwegen sagt man, die Leute aus der Provinz Rogaland seien sehr schweigsam. Haaland erfüllt dieses Stereotyp vollkommen", behauptet Sivertsen, der allerdings die Möglichkeit nicht ausschließt, dass sein junger Landsmann dieses Image absichtlich pflegt.

"Einer seiner Jugendtrainer glaubt, diese knappen Antworten seien Haalands Art, mit Journalisten Schmäh zu führen. Er ist ein lustiger Ker, der gerne Schmäh führt und das tut er auch gerne mit Medienleuten", sagt Sivertsen.