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Sport Fußball
08/31/2020

Österreichs Teamspieler zwischen Übung und Praxis

So mancher Schützling von Franco Foda hat bis zu zehn Wochen kein Pflichtspiel absolviert. Am Freitag wartet Norwegen.

von Andreas Heidenreich, Günther Pavlovics

Nach 286 Tagen Pause trifft sich Österreichs Nationalteam wieder einmal. Und nicht nur die Besetzung ist einigermaßen neu. Am Montag sind in Pörtschach nicht nur Leistungsträger wie Marko Arnautovic und David Alaba nicht dabei. Sie fehlen bei den Spielen der Nations League in Oslo am Freitag und gegen Rumänien nächsten Montag in Klagenfurt. Valentino Lazaro und Konrad Laimer sind zwei weitere Stammspieler, die abgesagt haben. Zudem fehlen Florian Kainz und Alessandro Schöpf.

Die Spieler müssen sich in Kärnten sofort Corona-Tests unterziehen. Das erste Training ist für Montagabend (18.30 Uhr) angesetzt. „Wir können erst trainieren, wenn alle Tests negativ ausgefallen sind“, erklärt Teamchef Franco Foda. In den zehn Tagen wird jeder Spieler und Betreuer fünf Mal getestet.

Das bisher letzte Länderspiel liegt mehr als neun Monate zurück. Am 19. November 2019 setzte es in Riga gegen Lettland ein 0:1. „Für uns ist es wichtig, dass wir wieder zusammenkommen, dass wir uns schnell wieder finden. Es wird ein schwieriger Lehrgang, weil viele Spieler mit unterschiedlichem Fitnesszustand kommen.“
 

Es gab noch nie einen Lehrgang, bei dem beim Großteil der Spieler das letzte Bewerbspiel so lange her ist wie diesmal. Zwar sind alle schon in der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison, die in Österreich am 11. September und in Deutschland eine Woche später beginnt, aber manche haben seit zwei Monaten nur Testspiele ihrer Klubs absolviert.

Ein Überblick:

72 Tage ist es her, dass Michael Gregoritsch zuletzt ein Pflichtspiel absolvieren durfte. Das war ein 1:4 mit Schalke gegen Wolfsburg am 20. Juni. Danach wechselte er zurück nach Augsburg.

65 Tage Match-Pause seit dem jüngsten Pflichtspiel hatten jene Legionäre der deutschen Bundesliga, die in der letzten Runde am 27. Juni im Einsatz, danach aber nicht mehr international vertreten waren. Das betrifft Mönchengladbachs Stefan Lainer ebenso wie Stefan Posch, Florian Grillitsch, Christoph Baumgartner (alle Hoffenheim), Philipp Lienhart (Freiburg), Karim Onisiwo (Mainz) und Christopher Trimmel (Union Berlin).

57 Tage ist es her, dass die Salzburger Cican Stankovic, Andreas Ulmer und Maximilian Wöber ihr letztes Bewerbspiel bestritten haben. Das war am 5. Juli der 3:0-Sieg gegen den LASK in der letzten Runde der Vorsaison. Das Cupspiel der Salzburger am Samstag gegen SW Bregenz musste aufgrund eines Corona-Falls bei den Vorarlbergern verschoben werden.

26 Tage ist das Aus von Wolfsburg im Achtelfinale der Europa League gegen Schachtar Donezk her. Xaver Schlager kam dabei zum Einsatz, Pavao Pervan saß auf der Bank. Der Torhüter fällt etwas aus der Wertung, weil er beim Klub ebenso wie im Team von Haus aus die Rolle des Reservisten einnimmt. Immerhin durfte er beim jüngsten Länderspiel in Lettland sein ÖFB-Debüt geben.

25 Tage ohne Pflichtspiel mussten die beiden Frankfurter Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker auskommen, seit sie am 6. August gegen den FC Basel im Achtelfinale der Europa League ausgeschieden sind. An diesem Tag sein bisher letztes Spiel bestritten hat auch Aleksandar Dragovic beim 1:0-Sieg von Leverkusen gegen die Glasgow Rangers.

21 Tage sind es bei Julian Baumgartlinger. Der Teamkapitän durfte im Gegensatz zu Kollege Dragovic auch noch im Viertelfinale der Europa League gegen Inter Mailand für Leverkusen spielen. Dabei setzte es eine 1:2-Niederlage, Baumgartlinger spielte 68 Minuten im defensiven Mittelfeld. Danach kam der Urlaub.

13 Tage ist das Halbfinale der Champions League zwischen RB Leipzig und Paris Saint-Germain (0:3) her, in dem Marcel Sabitzer zuletzt gespielt hat. Der 26-Jährige kommt mit besonders breiter Brust zum Team. Am Sonntag wurde der Steirer bei den Ostdeutschen zum neuen Mannschaftskapitän gewählt.

8 Tage ohne Spiel ist heute Peter Zulj bei seinem Team-Comeback. Er spielte zuletzt am 23. August in der belgischen Liga für Anderlecht, zuletzt saß er am Freitag beim 2:2 gegen Oostende nur auf der Bank.

2 Tage ist es her, dass Alexander Schlager und Reinhold Ranftl mit dem LASK Landesligist Siegendorf mit 3:0 aus dem Cup geworfen haben. Zwischendurch durften sich die beiden auch in einem Europacupspiel gegen Manchester United beweisen.

1 Nacht ist vergangen, seitdem gestern Adrian Grbic und Christoph Monschein gespielt haben. Frankreich-Legionär Grbic unterlag mit Lorient gegen St-Étienne 0:2, Monschein warf mit der Austria den SC Retz aus dem ÖFB-Cup (5:0).

Auch die Gegner Norwegen und Rumänien haben nicht gespielt. „Die Gegner wurden am Video analysiert“, erklärt Foda. Dabei kam der Teamchef zur Erkenntnis, das innerhalb von vier Tagen zwei eher unterschiedliche Teams warten. „Norwegen ist sehr robust, arbeitet viel mit hohen Bällen.Die Rumänen sind eher quirlig und technisch stark.“ Beim ersten Gegner Norwegen fehlt aber einer der Stars: Real-Rückkehrer Ødegaard sagte wegen Knieproblemen ab.

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