Sport | Fußball
05.06.2017

Kollers Gedankenspiele vor dem Match des Jahres

Für das Irland-Spiel gibt es noch Fragezeichen zum System und zur Aufstellung.

Das Fragezeichen hinter David Alabas Einsatz befeuert sie, die Diskussionen und Überlegungen rund um die Aufstellung für das WM-Qualifikationsspiel am 11. Juni in Dublin gegen Irland. Ein Sieg ist vonnöten, um den Traum von einer WM-Teilnahme 2018 in Russland aufrechtzuerhalten.

So viel ist klar.

Teamchef Marcel Koller muss in Dublin auf Ilsanker und Arnautovic (gesperrt), Lukse, Sabitzer und Schöpf (verletzt), sowie Suttner und Özcan (zurückgetreten) verzichten. Somit wurde das Team zum Gesichtsbad für neue Spieler wie Kevin Danso und Konrad Laimer. Auch Florian Kainz spielt wieder eine Rolle. Koller sieht in der Blutauffrischung durchaus sehr positive Aspekte. "Ja, das ist ein neuer Kader. Die Spieler sind Hoffnungsträger mit Qualität. Wir müssen sie heranführen, sie sollen sich an das Tempo gewöhnen."

Drei oder Vier?

Ob Österreich mit einer Dreier- oder Viererabwehr auftreten wird, beeinflusst die Tatsache, dass Koller sämtliche Linksverteidiger abhandengekommen sind im Laufe der letzten Zeit. Fuchs war schon nach der EURO 2016 zurückgetreten, Suttner haute verständlicherweise im Frühjahr den Hut drauf, weil er von Koller nicht nachhaltig das Vertrauen erhielt. Wimmer war im Herbst 2016 eine Notlösung, wird wohl künftig nicht dauerhaft auf der linken Seite zum Einsatz kommen. Ulmer wurde jahrelang links liegen gelassen, obwohl der junge Stangl im Verein an ihm nicht vorbeikam. Stangl war jedoch stets im Teamkader, Ulmer immer auf Abruf. Verkehrte Fußballwelt. Ulmer zieht somit seine Hochzeit dem Irland-Spiel vor.

Entscheidet sich Koller für eine Viererkette, dann müsste er Stangl ins kalte Dubliner Wasser werfen. Ein Risiko-Spiel. Daher spricht vieles für das Trio Dragovic-Prödl-Hinteregger an hinterster Front. Hinteregger hätte damit keine Probleme: "Das System ist eine Sache des Trainings. Prödl spielt das bei seinem Verein, das macht die Sache einfacher. Es ist gut, so eine Variante in der Hinterhand zu haben." Kapitän Julian Baumgartlinger stimmt zu: "Aber diese Taktik erfordert Zeit. Das muss man in der kommenden Woche ausnützen."

Positionierung

Kann Alaba spielen, wird er wohl im zentralen Mittelfeld neben Kapitän Julian Baumgartlinger zum Einsatz kommen. Sollte er gar ins linke Mittelfeld rücken, wäre der Neo-Hoffenheimer Florian Grillitsch eine ernsthafte Überlegung für das Zentrum. Über die rechte Flanke können Valentino Lazaro und/oder Martin Harnik stürmen, Florian Klein spielte diese Position vor einer Dreier-Abwehr bei der EURO gegen Island, durchaus passabel. Danach verlor ihn der Teamchef aber vom Radar.

Linke Agenten könnten neben Alaba der von allen gelobte Kainz oder Schalke-Stürmer Guido Burgstaller sein, der aber auch als Solospitze oder über die rechte Seite einsetzbar ist. Zlatko Junuzovic schlüpft in seine über Jahre gewohnte Rolle beim Team als zentraler Offensivgeist. Als Solospitze kommt neben Burgstaller wie immer Marc Janko infrage, der heute in Stegersbach einrücken wird. Wie auch immer, Kollers Kopfschmerzen werden in der kommenden Woche nicht geringer.

Apropos Alaba: Der 24-Jährige nahm am Montagvormittag am Mannschaftstraining teil.