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Sport Fußball
03/01/2012

Nationalteam: Lobeshymnen und Abgesänge

195 Tage vor Beginn der WM-Qualifikation gibt es erste, wenn auch bescheidene Ansätze zum Optimismus.

von Alexander Strecha

Die Premiere brachte den ersehnten Erfolg: Marcel Kollers erstes Spiel als Teamchef auf österreichischem Boden endete mit einem 3:1 über Finnland in Klagenfurt. Ein Sieg, der sicher keine Euphorie entfachen wird, weil der erhoffte Schritt nach vorne kein allzu großer war.

Vor allem das Ziel, sich mit vermehrtem Pressing in des Gegners Strafraum aufzuhalten und dadurch gefährlich zu werden, wurde trotz der drei Tore verfehlt. Dennoch gab es positive Erkenntnisse, die auf eine bessere Fußballzukunft hoffen lassen.




Plus: Alaba

Der 19-Jährige spielt mit dem Selbstverständnis eines Routiniers, zieht im Spiel der Österreicher die Fäden. Teamchef Koller lobt den Bayern-Legionär: "Freuen wir uns, dass wir so einen hervorragenden Spieler haben." Kein Lob allerdings ohne kleinen Tadel: "Er muss noch mehr den Abschluss suchen und torgefährlicher werden." Das weiß Alaba aber selbst.

Plus: Alternativen

Garics erbrachte bei seinem Comeback als rechter Verteidiger eine solide Leistung, Suttner ersetzte auf der linken Flanke den verletzten Fuchs gut, bot sich als Alternative an.

Koller hat er jedenfalls überzeugt: "Ich hatte nicht den Eindruck, dass er nervös war, vielmehr hat er routiniert gespielt." Koller sah, was er sehen wollte: "Andere Spieler, die infrage kommen könnten."

Plus: Tormann

Robert Almer hat das in ihn gesetzte Vertrauen mit einer guten Leistung bestätigt, womit sich für die nähere Zukunft die lästige Einser-Frage nicht mehr stellen sollte, sofern er bei seinem Verein Düsseldorf regelmäßig Praxis sammeln darf. Tormann-Trainer Otto Konrad: „Robert muss sich diesen Status in den nächsten Monaten erarbeiten.“

Plus: Im Zentrum

Die Zentrale wurde dichtgemacht. In der Innenverteidigung bildeten Dragovic und Schiemer, im Mittelfeld Alaba und Baumgartlinger verlässliche Duos, die dem Gegner nicht viel Spielraum gaben.

Minus: Kulisse

Großzügig geschätzte 10.000 Zuschauer sorgten für eines der emotionslosesten Länderspiele der letzten Jahre.

Von Anfeuerung der Mannschaft war kaum eine Spur, dafür war man mit Pfiffen nach misslungenen Aktionen schnell zur Stelle.

Minus: Arnautovic

Konsequent verweigert er die Realität, selbst wenn er seine Leistung nach Schlusspfiff als schlecht einschätzte. Die Pfiffe der Fans schmerzten ihn sehr, zumal er doch schon so viel für Österreich geleistet hatte. Sagte der Bremen-Legionär.

Meinte er damit die zwei Tore gegen Aserbaidschan? Bei Arnautovic erfolgt der Wechsel zwischen Genie und Wahnsinn in viel zu kurzen Abständen und fällt meist extrem aus. Dabei überwiegt der Wahnsinn.

Minus: Selbstvertrauen

"Gegen eine Top-Ten-Mannschaft wären wir in den ersten 20 Minuten in Rückstand geraten." Marcel Koller fehlte bei seinen Spielern das Selbstvertrauen: "Wir waren etwas unsicher. Ein starker Gegner bestraft das."

Minus: Genauigkeit

Vor allem in der ersten Hälfte fand der letzte Pass vor dem finnischen Tor keinen Abnehmer, wie auch Martin Harnik erkannte: "Wir haben unsere Offensivaktionen nicht fertiggespielt." Durch die Ungenauigkeiten im Spiel und den fehlenden Tempowechsel über die Flanken konnte auch nicht das gewünschte Pressing angewendet werden.

"In der kurzen Zeit konnten wir das nicht so üben wie in den sechs Tagen vor dem Ukraine-Spiel, wo das besser funktioniert hat", verteidigte Koller. Am 1. Juni wird wieder (voraussichtlich in Innsbruck) gegen die Ukraine geprobt.

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