Sport | Fußball
02.06.2017

Lindner: "Ich bin genug auf der Bank gesessen"

Heinz Lindner sucht einen neuen Verein, wo er die Nummer eins ist. In Dublin wird er das österreichische Tor hüten.

Heinz Lindner ist ein Musterschüler. Er hätte Teamchef Marcel Koller nach dem DFB-Pokalfinale noch um ein paar freie Tage bitten können, brauste aber dennoch schon am Mittwoch im Taxi nach Stegersbach, um pünktlich zum Treffpunkt zu kommen. "Es war für uns wichtig, dass er von Beginn an dabei ist. Er ist schon gut bei der Sache", gab es Lob von Teamchef Marcel Koller. Der 26-jährige Lindner ist für das Irland-Spiel gesetzt. Almer und Lukse sind verletzt, Özcan will nicht mehr für Österreich spielen.

Somit erhält der Ex-Frankfurt-Legionär eine abermalige Chance im Nationalteam. Bisher hat er zehn Länderspiele absolviert. "An Dublin habe ich gute Erinnerungen. Das Aviva-Stadium ist toll, die Atmosphäre ein Wahnsinn, die Fans sind überragend. Und damals ist uns spät noch der Ausgleich durch Alaba gelungen."

Lindner lieferte beim 2:2 in der WM-Qualifikation am 26. März 2013 eine Bewährungsprobe ab. Seiner Meinung nach wird nun weniger seine Geduld belohnt, sondern der Umstand, dass er immer alles gegeben hat. Auch als Nummer zwei oder drei. "Weil es immer mein Ziel war zu spielen. Jetzt ist es an der Zeit, dass ich spiele." Die Nummer zwei will die Nummer eins werden, vor allem im Verein. "Ich bin genug auf der Bank gesessen."

Wechsel-Pass

Daher hat er seine Zelte in Frankfurt abgebrochen, die Wohnung wird soeben abgemeldet. "Es ist wie bei einem normalen Umzug." Sein Manager Max Hagmayr verhandelt für ihn mit einigen Vereinen aus verschiedenen Ligen. "Bei einem Klub schaut es gut aus, da könnte in den nächsten Wochen, vielleicht sogar Tagen, etwas konkret werden." Die Reise könnte nach Dänemark gehen. "Für das Nationalteam wäre es eine gute Voraussetzung, wenn ich endlich beim Verein spiele. Das ist mein oberstes Ziel."

Kollers Vertrauen ist ihm gewiss. "Das freut mich zu hören. Man versucht immer bereit zu sein für den Ernstfall. Jetzt will ich dieses Vertrauen rechtfertigen."

Schalter umlegen

Dass Tormänner den Schalter im Kopf durchaus schnell umlegen können, hat auch Robert Almer immer wieder bewiesen. Im Verein lange Zeit nur auf der Bank, im Nationalteam eine Fixgröße ohne Fehl’ und Tadel. "Ich habe zuletzt bei zwei Spielen in der Deutschen Bundesliga auch schon bewiesen, dass ich von einem Moment auf den anderen voll da bin", so Lindner. "Dafür bereite ich mich ja Woche für Woche so vor, als würde ich spielen."

Auch wenn er bei der Eintracht in Frankfurt nicht zum Zug kam, so hat der Oberösterreicher doch einiges an Erfahrung mitnehmen können. "Ich bin besser geworden im Tormannspiel, auch wenn man es nicht so sehen konnte in letzter Zeit", lacht Lindner. In Dublin ist es wieder so weit.