Sport | Fußball
03.05.2018

Ulreich & Co.: Die schwerwiegendsten Tormann-Patzer

Der Bayern-Goalie ist nach seinem Fauxpas gegen Real in aller Munde. Vor ihm patzten aber schon namhaftere Keeper.

Sven Ulreich saß einsam auf dem Rasen des Estadio Santiago Bernabéu. Weit und breit war kein anderer Spieler in der Bayern-Hälfte. Der 29-jährige Vertreter von Manuel Neuer schockte mit seinem Patzer am Dienstagabend vor dem Treffer zum 1:2 den FC Bayern beim Sturmlauf Richtung Champions-League-Endspiel.

„Man kann einfach sagen, Sven hat einen Blackout gehabt“, sagte Trainer Jupp Heynckes nach dem dramatischen Aus beim 2:2 gegen Titelverteidiger Real Madrid. Ulreich selbst entschuldigte sich am Tag nach dem Ausscheiden via Instagram bei seinen Teamkollegen für den „unnötigen Fehler“. „Ich kann es mir nicht erklären. Es tut mir leid... für mein Team und für euch Fans.“

Für die Nummer zwei im Tor der Bayern ist es zwar kein Trost, doch vor ihm leisteten sich schon viel namhaftere Tormänner Patzer, die in kollektiver Erinnerung geblieben sind.  

1. Peter Schmeichel

Der legendäre Däne war acht Jahre lang der Felsen im Tor von Manchester United. Doch auch der zweimalige Welttorhüter hatte seine schlechten Tage - so wie an diesem 15. Februar 1998. In der fünften Runde des FA-Cups lieferte der Blondschopf mit einem Querschläger die Vorlage zum Ausgleichstreffer von Underdog Barnsley. Es kam zu einem Wiederholungsspiel, das der Außenseiter 3:2 gewann und somit ManUniteds Traum vom Triple zerstörte.

2. Fabian Barthez

Auch Schmeichels französischer Nachfolger im Tor der Red Devils war immer wieder für einen Aussetzer zu haben. In der Saison 2001/'02 patzte er im Knüller beim FC Arsenal gleich zwei Mal, beide Male war sein Landsmann Thierry Henry der Nutznießer. Besonders schmerzvoll für den Teamgoalie war der missglückte Ausflug vor dem 1:3. Arsenal setzte sich mit dem Sieg ab und holte sich den Meistertitel. Titelverteidiger ManUnited wurde "nur" Dritter.

3. David Seaman

Ach, das ewige Thema England und seine Torhüter. Der Arsenal-Keeper mit dem Pferdeschwanz und dem Schnauzbart konnte einem manchmal richtig leid tun. So oft wurde er von der englischen Presse in die Mangel genommen. Nach der Bogenlampe von Ronaldinho im WM-Viertelfinale 2002 gegen Brasilien und dem folgenden WM-Aus war es besonders schlimm. 

4. Robert Green

Seamans Nachfolger haben aus seinen Fehlern gelernt? Nicht wirklich. Greens Patzer bei der WM 2010 im Match gegen die USA war ein gefundenes Fressen für die englische Presse. "Wenigstens eine britische Verschmutzung, über die sich die Amerikaner nicht aufregen werden" oder "Steven Gerrard hat gesagt: Das ganze Team steht hinter Robert Green. Späte Einsicht: Dort hätten sie mal vorher stehen sollen" war in Tabloiden unter anderem zu lesen.

5. Scott Carson

2007: Schwerwiegend war der Fehler von Carson in seinem erst zweiten Match als Nationalgoalie. Der damals 22-Jährige ließ einen harmlosen Weitschuss des Kroaten Niko Kranjcar ins Tor gleiten. Das sah wahrlich recht peinlich aus. Die Engländer verloren in der EM-Qualifikation daheim 2:3 und verpassten die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz. Der damalige Teamchef Steve McClaren musste einen Tag nach der Schmach seinen Sessel räumen, der Verband warf ihm unter anderem vor, in so einem wichtigen Match einen zu unerfahrenen Goalie ins Tor gestellt zu haben.