Herbert Prohaska

© Kurier / Juerg Christandl

Sport Fußball

Nach Europacup live: Panne der ORF-Stars Pariasek und Prohaska

Die beiden Stars des ORF waren auf das Spiel von Rapid offenbar nicht vorbereitet und informierten die Zuseher falsch.

von Andreas Heidenreich

09/01/2023, 06:53 AM

Viele Live-Übertragungen im Fußball hat der ORF in seinem Programm nicht mehr anzubieten. Weil man sich die teuren Übertragungsrechte am KĂŒniglberg nicht mehr leisten kann, wird dabei oft als Grund genannt.

Am Donnerstagabend scheiterte es jedenfalls nicht am Geld, als sich wieder einmal eine Gelegenheit ergab. Quoten-Garant Rapid spielte im Europacup um den Aufstieg in die Gruppenphase. In Florenz versuchten die HĂŒtteldorfer, einen 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel ĂŒber die Runden zu bringen. Vergebens. Nach dem 0:2 sind die GrĂŒn-Weißen ausgeschieden.

Die Niederlage war allerdings spĂ€t und unglĂŒcklich zustande gekommen. Alles roch gegen die Fiorentina und deren 1:0-FĂŒhrung bereits nach einer VerlĂ€ngerung, als es in der 88. Minute plötzlich einen Elfmeterpfiff gab. Nikolas Sattlberger hatte den Ball an den Oberarm bekommen. FĂŒr den Referee aus Serbien ein strafbares Handspiel. Gonzalez blieb nach knapp 90 Minuten cool und verwandelte zum 2:0-Sieg der Italiener, Rapid war ausgeschieden.

➀ Pariasek live auf Sendung: "WĂŒst mi veroaschen?"

"Also, das war schon eine sehr harte Entscheidung", monierte ORF-Moderator Rainer Pariasek bei der Analyse des Spiels im Studio Augenblicke spĂ€ter. "Leider gibt es hier keinen VAR", fĂŒgte der Niederösterreicher hinzu. "Ja, und das ist eigentlich das Traurige", beschwerte sich Experte Herbert Prohaska. "Die UEFA schĂŒttet so viel Geld aus. Und dann in einem Play-off keinen VAR zu haben, ist absolut kleinlich." FĂŒr ihn sei der Elfmeterpifff eine Fehlentscheidung, so Prohaska. "Zumindest muss man sich das anschauen."

Elfmeter geprĂŒft

Was das Duo zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Es hatte bei der Partie in Florenz sehr wohl einen Video-Assistant-Referee gegeben, wie auch in allen anderen Play-off-Spielen der Conference League. DarĂŒber schien sich allerdings weder Pariasek, noch Prohaska informiert zu haben. Der Elfmeterpfiff wurde demzufolge also vom VAR geprĂŒft und nicht als klare Fehlentscheidung interpretiert.

Über den Umstand wurde Pariasek offenbar spĂ€ter informiert. "Da muss ich mich auch ein bisschen entschuldigen", gab der Moderator nun zu. "Es hat, wie sich jetzt herausgestellt hat, doch einen VAR gegeben", so Pariasek. "Normalerweise gibt es vor dem Spiel eine Grafik, wo auch der Name des VAR eingeblendet wurde. Das hat es alles nicht gegeben", spielte Pariasek der italienischen Regie den Ball zu. "Aber er war da."

Es sei allerdings, so Pariasek, ein "VAR light" gewesen ohne Monitor am Spielfeldrand. Auch diese Information ist falsch. Wie in allen anderen Play-off-Partien der Conference League gab es auch in Florenz einen Monitor, auf dem sich der Referee seine Entscheidung noch einmal hÀtte ansehen können, sofern der VAR dies empfohlen hÀtte.

Herbert Prohaska allerdings wollte auch das nicht glauben. "Ich glaube, es war trotzdem keiner da. Das kann es nicht geben", regte sich der 68-JĂ€hrige auf. "Weil das muss man sich ganz einfach anschauen", trotzte Österreichs Jahrhundert-Fußballer.

Die Analyse war nur wenige Stunden in der ORF-TV-Thek nachzusehen, der entsprechende Beitrag wurde aus dem Portal entfernt. Normalerweise sind sĂ€mtliche BeitrĂ€ge sieben Tage lang "on demand" nachzusehen.

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