Sport | Fußball
27.11.2018

Nach Krammer: Welcher Umbruch 2019 bei Rapid zu erwarten ist

Trainer Kühbauer will fittere und flinkere Spieler. Der KURIER nennt drei Kandidaten für die Präsidenten-Nachfolge.

Nach dieser Entscheidung wird bei Rapid wieder einmal alles anders. 1200 Mitglieder füllten am Montagabend bei der Hauptversammlung den VIP-Klub des Allianz Stadions mit viel Leben und auch kritischen Fragen und wurden doch überrascht: Präsident Michael Krammer gab persönliche Einblicke und verkündete seinen Rückzug für 2019.

Der Niederösterreicher sprach aber auch über die sportliche Krise unter dem Motto „Wie kann es besser werden“. Trainer Didi Kühbauer gab vor einigen Tagen seine Analyse bei Krammer ab, der Präsident durfte sie veröffentlichen.

„Wir haben viele richtig gute Fußballer. Das Problem ist: ’Wir sind nicht Rapid.’ Wenn wir spielerisch nicht durchkommen, fehlt Plan B für die ’Rapid-Lösung’“, erklärte der Coach Richtung Krammer. „Dafür brauchen wir mehr Zweikampfstärke und eisernen Willen.“

Neue Ausrichtung

Kühbauer will von klein auf durchsetzungsstärkere, fittere und flinkere Spieler. „Was ist alles zu ändern? Von den Kleinen bis zu den Profis – wir werden das erarbeiten und festlegen. Dafür gibt es 100 Prozent Unterstützung für Kühbauer und sein Team“, kündigt Krammer an.

In Richtung der (da noch) anwesenden Spieler sagte der Vereinsboss: „Jeder von euch steht in der Verantwortung. Jeder muss bei sich selbst mit der Fehleranalyse anfangen.“ Am Ende stockte der Mobilfunk-Manager. „Ich muss euch noch etwas Persönliches sagen.“

Der 58-Jährige machte erstmals öffentlich, dass seine Frau vor eineinhalb Jahren an Krebs erkrankt war. „Das war eine harte Prüfung.“ Und erinnerte Krammer umso mehr an sein Versprechen: „Ich habe meiner Frau 2013 versprochen, nur für maximal zwei Amtszeiten anzutreten. Besonders jetzt ist meine erste Familie wichtiger als meine zweite Rapid. Deswegen werde ich 2019 nicht mehr antreten.“

Am Ende gab es noch ein Versprechen: „Dieses Präsidium hat noch ein Jahr. Ich verspreche: Wir werden Rapid wieder aus dieser Scheißgass’n führen.“ Als Highlight der bisherigen Amtszeit von Krammer bleibt jedenfalls das Jahrhundertprojekt „Neubau Allianz Stadion“.

Nachfolger-Suche

Als noch inoffizielle Nachfolge-Kandidaten gelten im Rapid-Umfeld laut KURIER-Recherchen:

Michael Tojner Der wohlhabende Investor sponsert seit langem den Rapid-Nachwuchs, er wird intern besonders oft genannt. Derzeit gibt es aber Probleme in der Stadt mit den anderen Grünen – in der Politik (Stichwort Hotel am Heumarkt).

Dietmar Hoscher Der Casinos-Manager galt als logischer Edlinger-Nachfolger, in einem Jahr könnte es einen neuen Anlauf geben.

Hans Peter Doskozil In Heute wurde der Rapid-Beirat als Favorit genannt. Wie der künftige Landeshauptmann des Burgenlands das zweite zeitintensive Amt unter einen Hut bringen will, wäre vom SPÖ-Politiker noch zu (er)klären.

Mit dem Abschied von Krammer ist auch die Zukunft von Fredy Bickel noch unsicherer. Der Sportchef könnte im Sommer 2019 in die Schweiz zurückkehren.

Das neue Rapid-Trainingszentrum

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Das geplante Rapid-Trainingszentrum

Das geplante Rapid-Trainingszentrum

Das geplante Rapid-Trainingszentrum

Das geplante Rapid-Trainingszentrum

Eine positive Nachricht gab es doch: Das Trainingszentrum wird im Prater auf dem Elektra-Platz gebaut, nur durch die U2 von den Trainingsplätzen neben dem Happel-Stadion getrennt. Bauzeit? Von Sommer 2019 bis Herbst 2021. Das Gesamtvolumen der Ausgaben beträgt 25 Millionen Euro.

Wenn das neue Trainingszentrum steht, ist Platz für ein Frauen-Team und professionelles Training. 2019 wird geklärt, ob und wie Rapid in den Frauenfußball einsteigt.