Sport | Fußball
07.11.2012

Mit 3 Amateuren gegen Bayer

Rapid muss in der Europa League auf sechs Stammspieler verzichten.

Sieben Amateure hat Peter Schöttel seit Jahresbeginn in seinen Profikader hochgezogen. Eine beachtliche Zahl, aber nicht genug, um in der BayArena ab 21.05 Uhr die Ersatzbank füllen zu können. Also holte der Cheftrainer die Nummern 8, 9 und 10 am Dienstag zum Training und auch gleich in den Match­kader für den vierten Auftritt in der Gruppenphase der Europa League. Osarenren Okungbowa, 18, Eldis Bajrami, 19, und Daniel Randak, 19, bereiten sich somit auf Leverkusen statt auf Retz in der Regionalliga Ost vor.

Der Grund ist eine bemerkenswerte Liste mit zehn Ausfällen, sechs davon verdienen die Bezeichnung „Stammkraft“. Verletzt, gesperrt, rekonvaleszent, krank, beim U-19-Nationalteam oder nicht spielberechtigt – egal, übrig bleibt ein ohnehin schon verunsichertes Rumpfteam mit der Erinnerung an das 0:4 gegen die Werkself in Wien.

Dominik Wydra wurde auf dem Flug nach Köln zum Ansprechpartner des Debütanten-Trios. Kein Wunder, der 18-jährige Mittelfeldspieler trainiert schon seit zehn Monaten mit den Profis, geht unter diesen Umständen fast als Routinier durch und könnte sein Europacup-Debüt gleich von Beginn an geben. Für die Offensive bleibt eine einzige Alternative auf der Bank – es ist Randak. Auch Leverkusen kann mit einer besonderen Liste aufwarten. Sie umfasst bereits elf Vereine, gegen die es zuletzt keine Niederlage gab. Der deutsche Spitzenklub hat also einen Lauf. So viel zur Ausgangslage.

Kämpferisch

Peter Schöttel jammert dennoch nicht und verspricht: „Die vielen mitgereisten Fans dürfen eine kämpferisch starke Leistung erwarten. Es ist personell sicher das schwierigste Spiel, aber am Sonntag gegen Wolfsberg wird es wieder besser aussehen.“ Selbst auf der Suche nach Positivem wurde Schöttel, der in Leverkusen für seine Ausbildung zum Sportmanager hospitierte, fündig: „Die Jungen werden von dieser schweren Phase einmal profitieren.“