Austria’s Next Topmodel: Slavov muss auf dem Laufsteg und bei Fotoshootings punkten.

© /Harald Lachner 2014

Porträt
10/19/2014

Wie ein Profikicker auf den Laufsteg wechselte

Miroslav Slavov hat mit Roberto Carlos gespielt. Jetzt ist er einer der Kandidaten bei "Austria’s Next Topmodel".

von Julia Schrenk

Sein "Walk" auf dem Laufsteg hat offenbar so gar nicht gepasst. In der letzten Sendung von Austria’s Next Topmodel wurde Miroslav Slavov (24) auf die schwarze Liste von Jurorin Melanie Scheriau gesetzt. Dabei ist die Beinarbeit des 24-Jährigen sonst ganz gut.

Slavov hat für die Austria, die Admira und die Vienna im Nachwuchs gespielt. Er war Stürmer im ukrainischen U19-Nationalteam, bei Girondins Bordeaux und beim russischen Erstligisten Anschi Machatschkala. Heute kickt Slavov in der 1. NÖ-Landesliga beim SC Krems. Und zwar gerne: "Es ist der Wahnsinn, echt. Es macht mir extrem viel Spaß", sagt er. Auch nach seiner bewegten Karriere als Profi.

1990 wurde Miroslav Slavov in Kiew geboren, im Alter von vier Jahren kam er mit seiner Familie nach Österreich. Nachdem er hier im Nachwuchs spielte, wurde er ins Nationalteam der Ukraine geholt. Als die U19-Mannschaft 2009 bei der Heim-EM mit einem 2:0 gegen England den Europameistertitel nach Hause holte, war Slavov aber nicht dabei. Wegen einer Meniskusverletzung musste er den Sieg seiner Mannschaft von der Couch aus verfolgen. "Das war extrem bitter." Weil: "Wie geil ist es, wenn du sagen kannst, du bist Europameister in deinem Heimatland geworden?"

Erster Profivertrag

Aber dieses Erlebnis ist ihm verwehrt geblieben. Dafür war er schon 2007 einem Scout des französischen Klubs Girondins Bordeaux aufgefallen. Zwei Jahre (2008 bis 2010) hat er für die Franzosen gespielt und "in jeder freien Minute" Französisch gelernt. "Ich wollte nicht der sein, der die Witze, die in der Kabine gerissen werden, nicht versteht", sagt Slavov. Er spricht auch Ukrainisch, Russisch, Deutsch und Englisch. Bis 2010 war er bei Bordeaux, dann hat er den Klub verlassen: "Die hatten damals einfach zu viele Stürmer. Ich hab’ nie gespielt."

2010, als Slavov gerade in Wien weilte, hat ihn allerdings sein ehemaliger Nationalteamtrainer angerufen. Der war zu dieser Zeit mit Anschi Machatschkala im niederösterreichischen Vösendorf auf Trainingslager. Slavov durfte mittrainieren und wurde glatt vom damals reichsten Fußballverein Russlands verpflichtet. "Am Anfang hatte ich Bedenken wegen der Sicherheit. Aber man hat mir gesagt, dass Fußballer in Ruhe gelassen werden." Als Slavov zu Anschi nach Dagestan wechselte, waren dort mit Kalaschnikows bewaffnete Grenzposten stationiert. Seine Sicherheit sei aber nie gefährdet gewesen. "Anschi ist wie die Nationalmannschaft von Dagestan. Die Menschen waren begeistert, das Stadion war immer voll."

In Machatschkala hat Miro Slavov auch Fußballlegende Roberto Carlos kennen gelernt. "Der linke Fuß vom Roberto ist unglaublich, der Schuss ein Wahnsinn", sagt er. Nur mit der Kondition hat’s der Carlos nicht mehr so gehabt, in dem Alter (Carlos war damals 38). "Als ihn der Trainer links hinten auf seiner Stammposition spielen ließ, hat er gesagt ‛Das geht nicht mehr’ und den Trainer gebeten, ihn als Sechser aufzustellen", erzählt Slavov. "Und in der Halbzeit ist er oft aufs Klo gegangen. Eine rauchen." Slavov ist trotzdem voll des Lobes für den Brasilianer. "Ich hab’ eine Menge gelernt von ihm. Er ist bodenständig geblieben, war immer freundlich."

Seit Jänner spielt Miro Slavov beim SC Krems. Statt mit Roberto Carlos kickt er jetzt mit Erwin Denk, der "mindestens ein genauso guter Sechser" ist. Er studiert Geografie und Geschichte, weil er nach dem Profifußball auch "wieder was für den Kopf tun muss" und modelt bei Puls4, weil es ihm "einfach extrem Spaß macht". Am Donnerstag darf er wieder als Topmodel-Kandidat (20.15 Uhr, Puls4) antreten. Und wird nach seinem "Walk" hoffentlich nicht wieder auf die ominöse schwarze Liste gesetzt.

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