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Altstar Arnautovic und Youngster Wanner: Schmäh war Trumpf

Doppelpass mit Humor. Bei einer Pressekonferenz gab sich der 37-jährige Marko Arnautovic ebenso gut gelaunt wie der 20-jährige Paul Wanner.
Alexander Strecha und Andreas Heidenreich aus Santa Barbara
Alt, jung, erfolgreich: Arnautovic und Wanner setzten gegen Jordanien Impulse.

Der Älteste nahm den Jüngsten bei der Hand und schritt mit ihm zum Medientermin. Paul Wanner (20) saß neben Marko Arnautovic (37) auf dem Podium und zeigte ebenso wenig Nervosität wie auf dem Platz. Was die zwei verbindet? Beide feierten gegen Jordanien ihr WM-Debüt, beide wurden eingewechselt und konnten dem Spiel Impulse verleihen.

Was sie trennt? Der eine steht vor einer vielleicht großen Karriere, der andere befindet sich im Herbst oder vielleicht sogar im Winter seiner großartigen Laufbahn, das WM-Turnier könnte sein letztes großes Highlight auf diesem Niveau sein. Wanner dagegen könnte noch viele weitere Turniere, sei es EM oder WM, erleben.

Schmähbruder

„Ich habe euch den Pauli mitgebracht, den könnt’s was fragen“, meinte ein gut aufgelegter Arnautovic. ORF-Experte Andreas Herzog fragte ihn: „Hast einen Kaiserschmarren mitgebracht?“ Am Montag trifft „Morgenmuffel“ Arnautovic um 12 Uhr auf Argentinien. Für die Österreicher, die mit zwei Stunden Zeitverschiebung von der Westküste nach Dallas kommen, ist das gefühlt 10 Uhr.

„Das ist schwierig. In der Früh darf man mich nicht anreden, Argentinien muss aber auch um 12 Uhr auf dem Platz stehen.“ Im Juni 2006 spielte der junge Marko mit dem FAC in der Wiener Liga eine Sonntags-Matinee in Gersthof. „Da habe ich sicher ein Tor geschossen.“ Hat er nicht. Und er wurde ausgetauscht.

Das Jordanien-Spiel sei für ihn eine Achterbahn gewesen. „Ich will immer spielen. Ich habe die Entscheidung akzeptiert, bin aber schon einer, der am Anfang schon beleidigt und sauer. Aber du musst den anderen Spielern ein gutes Gefühl geben und dann Leistung bringen, wenn du reinkommst. Es ist nicht immer leicht einen Elfmeter zu schießen, schon gar nicht auf dieser Bühne.“ Zum Thema Lionel Messi antwortete Arnautovic knapp und prägnant: „Über ihn brauchen wir nicht reden. Er ist der Größte aller Zeiten, so einen wird es nie wieder geben.“

Locker & lässig

Nachdem Wanner gesprochen hatte („Die Stimmung war super, das gibt uns noch zusätzliche Energie“), gab es von Arnautovic einen Seitenblick und Lob. „Gefällt mir, was du sagst.“ Dann kam die Frage, was sich Wanner von Arnautovic abschauen könnte. Arnautovic munterte ihn auf. „Na jetzt schieß los.“ Also sprach Wanner: „Er hat viel erlebt in seiner Karriere, ist eine große Persönlichkeit, super Charakter, tut jedem gut.“ Arnautovic nickte. „Brav.“

Dann ging die Frage andersrum. Wanner meinte: „Jetzt leg’ los“. Arnautovic grinste und streute dem Youngster Rosen. „Zum Glück hat er sich für Österreich entschieden. Noch ist er aber unter meiner Kontrolle.“ Arnautovic, der in Wien-Floridsdorf aufgewachsen ist, möchte mit Wanner aber nicht die Jugend tauschen. „Damals hatten wir nur einen Ball und ein Tor ohne Netz.“

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